Erkrath

Drei Stadtteile hat Erkrath, Erkrath selbst, südlich Unterfeldhaus und südöstlich Hochdahl. Erkrath ist eine nicht im Kern gewachsene Stadt, sondern erlebte einen massiven Bevölkerungswachstum seit den 1960er Jahren. Durch das Stadtgebiet fließt die Düssel und bei Erkrath wurde Menschheitsgeschichte ausgegraben im Neandertal. Ein Großteil des Eiszeitlichen Wildgeheges liegt auf Erkrather Gebiet.

Urkundlich erstmalig als Erkrath erwähnt wurde die Siedlung 1148. Zu dieser Zeit wurde auch die ehemalige Wasserburg Haus Morp genannt. Das Haus Morp besteht aus mehreren Gebäuden und einem Park mit Teich, der 1897 im englischen Stil entstanden ist, nordwestlich des Stadtkerns. Es geht zurück auf das Rittergut Morp aus dem 12. Jahrhundert. Nachdem die Ritter weg waren, war hier ein Nonnenstift und danach ein Bauernhof. Die Räume von Haus Morp haben eine Deckenhöhe von bis zu 12m und hier sind heute Bürolofts.

Das Herrenhaus der Anlage und jenes, das mit den Parkschöpfern verbunden ist, ist die Villa Grillo aus dem 19. Jahrhundert, die auch Forsthaus Morp genannt wird. Volutengiebel, Turm, aufwendige Fenstereinfassungen lassen das Wort Villa aber passender erscheinen. Des Weiteren gehören zum Haus Morp die Villa Hecker, in der 1930-57 die Franziskanerinnen wirkten. Wo sich einst der Morper Hof befunden hat, steht heute die Villa Sack.

Ein weiteres Baudenkmal mit historischen Spuren ist das Heiligenhäuschen am Römerweg, das vermutlich im späten 15. Jahrhundert entstanden ist. Man kann über eine steile Treppe zum Häuschen hinaufgehen. Der Erkrather Arzt Bongardt fand dort Mitte des 19. Jahrhunderts Knochen und vermutete, dass hier wohl mal eine Schlacht getobt haben könnte und das Heiligenhäuschen auf einem Grabhügel steht.

Recht imposant ist die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer mit ihren drei Türmen, die in der Kirchstraße steht. Ihr Ursprung geht auf das Jahr 1170 zurück. Die romanische Basilika mit dem prägenden Westturm und den zwei Chorflankentürmen ist dreischiffig angelegt. Die Kirche wurde aus Bruchsteinen gemauert und hat romanische Zierelemente aus Tuff und einen angebauten Treppenturm. Das Taufbecken aus Granit stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Statue der Madonna mit Kind aus der Zeit um 1280.

Auch die evangelisch Gläubigen haben eine Kirche in Alt-Erkrath. Sie entstand im 19. Jahrhundert in reformierter Art und wurde 1831 eingeweiht. Die evangelische Kirche wurde im Stil des Spätklassizismus errichtet und ist aus Backstein mit hervorhebenden Gliederungen durch geweißte Ziegel. Die Kirche hat einen vorgestellten Westturm und ist zweigeschossig gegliedert. Das Pastorat steht in der Bahnstraße 64 und zeigt sich aus rotem Backstein im Erhaltungszustand von 1903.

Geht man nun weiter die Bahnstraße in westlicher Richtung und biegt in die Bavierstraße ein, kommt man zur Keimzelle von Erkrath, dem Haus Bavier. Wobei „Haus“ ist jetzt zuviel gesagt, es ist nun noch der Bavierstein erhalten. Bis 1960 stand hier noch eine Ritterburg aus dem 12. Jahrhundert. Geht man an dem Stein mit der Denkmalstafel vorbei, kommt man zum Bavierpark. Nahebei liegt das denkmalgeschützte Kurhaus.

Geht man zur Bahnstraße zurück und folgt ihr im weiteren Verlauf, kommt man am Rathaus vorbei, in der Bahnstraße 16. Das Rathaus mit Bürgermeisterbüro und Stadtratssaal entstand 1899 zweigeschossig mit einem gestuften Giebel und in historisierenden Formen, zum Teil mit Rundbogenfenstern. Auf dem rechten Anbaut steht über dem Torbogen das Sprichwort: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ – hier war mal eine Sparkasse und ist jetzt das Standesamt.

Noch ein Stück die Bahnstraße weiter gelangt man zum Bahnhof mit dem Empfangsgebäude, das einen Uhrendachreiter und Volutengiebel hat. Das einstige Bahnhofsgebäude aus der letzten Jahrhundertwende ist zweigeschossig, wobei oben einst der Bahnhofvorsteher wohnte. Das schmucke Haus ist verputzt und die Geschossgesimse sind rot hervorgehoben wie auch die Fensterleibungen.

Erkrath ist umgeben von viel Natur. Die Düsselauen von Gödinghofen liegen westlich, das Morper Bachtal nordwestlich, der Unterbacher See südlich und das Stinderbachtal mit der Stindermühle nördlich. Die Geschichte der Stindermühle geht auf das 13. Jahrhundert zurück und bis 1928 drehte sich das Mühlrad. Wochenends wird die Mühle gastronomisch betrieben, es gibt eine Minigolfanlage und von hier aus starten einige Wanderungen.