Elkeringhausen

Verlässt man Winterberg auf Wanderwegen in östlicher Richtung, passiert man schon nach kurzer Strecke den Bodensee. Der Name verspricht mehr, als tatsächlich zu finden ist - an die Größe des Bodensees im Süden der Republik kommt der kleine Teich bei weitem nicht heran. Noch ein Stückchen weiter nach Osten, und man trifft auf das Tal der Orke. Sie entspringt bei Küstelberg nördlich des Reetsbergs (791m), fließt von dort aus Richtung Westen nach Elkeringhausen, umrundet den Burgberg (617m) und fließt nach Nordosten davon. Nach insgesamt 38km mündet sie im Waldecker Land bei Ederbringhausen in die Eder.

Südöstlich von Elkeringhausen verläuft ein Themen-Wanderweg, der Historische Wanderpfad Elkeringhausen. Auf seinen 7,5km Länge erfährt man Spannendes aus der Vergangenheit des Ortes. Zum Beispiel, dass er einst verlassen war. Rund um Winterberg gab es bis ins 14. Jahrhundert mehrere Ansiedlungen, die heute nicht mehr existieren. Wernsdorf, Merleheim, Haarfeld, Günninghausen und Elkeringhausen wurden zu Wüstungen, die Bewohner zog es in die Stadt. Einzig Elkeringhausen blieb bestehen, denn seit dem 16. Jahrhundert ist der Ort wieder bewohnt. Von den anderen fehlt heute jede Spur.

Wobei letzteres doch nicht ganz richtig ist, denn eine Spur von Wernsdorf ist tatsächlich noch zu sehen. Der Historische Wanderpfad führt daran vorbei: Ein kleiner Hügel, grasbewachsen und unscheinbar, zeigt die Stelle an, an der die Wernsdorfer Kirche einmal stand. Ihre Ruine liegt unter dem Hügel im Orketal und gilt heute als eines der wichtigsten Bodendenkmäler in Winterberg. Entstanden war sie Ende des 12. Jahrhunderts, aufgegeben wurde sie gemeinsam mit dem gesamten Dorf. Die Grundmauern wurden Anfang des 20. Jahrhunderts archäologisch untersucht, und der Heimatverein setzte sich für ihren Erhalt ein. Eine Restaurierung der alten Mauern wäre allerdings zu teuer gewesen. Und so konservierte man das alte Gemäuer unter der Erde. Pflastersteine zeigen die Größe und Lage der ehemaligen Kirche an, und eine Informationstafel erläutert alles Wissenswerte dazu.

Die Landschaft mal aus gänzlich ungewohnter Perspektive erleben kann man im Landschafts-Panoramakino. Das Kino ist eines von zahlreichen kreativen Projekten in der Sauerländer Wanderwelt. Ein großer Rahmen und eine Bühne bilden den Blickpunkt. Die geschwungenen Waldsofas des Rothaarsteigs stellen das Mobiliar. Eben wie im richtigen Kino, nur dass man nicht auf eine Leinwand schaut, sondern durch den Rahmen hindurch die Sauerländer Bergwelt betrachtet. Ungewöhnlich, aber eine wirklich witzige Idee. Akustische Infotafeln lassen auch sehbehinderte Menschen ein wenig an dem Erlebnis teilhaben.

Ein Wellness-Programm der besonderen Art kann man sich in der Salzgrotte Winterberg angedeihen lassen, die in Elkeringhausen ihren Sitz hat. Salzhaltige Luft kann die Beschwerden von Atemwegserkrankungen oder Hautproblemen mildern. Neben natürlichen Vorkommen wie an der See oder in ehemaligen Salzbergwerken, kommen auch mehr und mehr künstliche Salzgrotten in Mode, in denen man sich eine kurze Auszeit gönnen kann. Warum also nicht auch nach einer Wanderung noch ein bisschen im Salz entspannen?

Regionaler Bezug:

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