Ebental (Rheingau)

Wenn man den Namen Tal hört, denkt man unweigerlich einen Einschnitt in der Landschaft, durch den ein Bächlein gluckert und sich links und rechts davon sanft die Hügel erheben. Anders ist das beim Ebental im Rheingau. Das Ebental ist eine landwirtschaftlich genutzte Hochfläche oberhalb von Rüdesheim am Nordrand des Niederwalds.

Auf dem Ebental ließ ein Ritter aus dem Geschlecht der Brömser am Südwesthang des Nothgotteskopfs (299m) eine kleine Kapelle errichten, weil er nach einem Kreuzzug aus der Gefangenschaft fliehen konnte und heil zurück in den Rheingau kam. Als diese kleine Kapelle bei einer Fehde zerstört wurde, ließen die Brömser 1390 die heute noch vorhandenen Kirche Nothgottes errichten, die sich bald zum Wallfahrtsziel mauserte.

1622 wurde dann neben der Kirche von den Kapuzinern das Kloster Nothgottes eingerichtet, das bis 1813 Bestand hatte. Nachdem das Bistum Limburg die Gebäude längere Zeit als Bildungshaus nutzte, ist seit 2006 die katholische Gemeinschaft der Seligpreisungen hier heimisch und bietet Raum für religiöse Exerzitien.

Gut 600m oberhalb des Klosters liegt die Ruine Plixholz, ein festes Haus, das im Zuge der Rodungen der Wälder und der Anlage von Weinbergen wohl schon im 12. Jahrhundert bestanden hat und den Brömsern gehörte. Heute ist der Standort des befestigten Hofguts allerdings nur noch als Geländeverformung zu erkennen. Im Ostbereich der Anlage finden sich allerdings noch Mauerreste und Überreste eines Ziehbrunnens. Auch ein Gewölbe ist nocht vorhanden, welches aus Sicherheitsgründen vermauert und verschlossen wurde.