Donautal-Panoramaweg Sinne-Reich (Dillinger Land)


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 68 km
Gehzeit o. Pause: 16 Std. 1 Min.
Höhenmeter ca. ↑1225m  ↓1225m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Durchs Sinne-Reich führt der Donautal-Panoramaweg zwischen Bachtal und Egau. Einen Sinn dürfen wir dabei ein wenig zurückfahren, den Orientierungssinn, denn der Weg ist durchgängig beschildert – für den Fall, dass GPS mal ausfallen sollte. Den Guteplanungssinn sollten wir allerdings vorher einschalten, denn die 68km gehen sicher nur die wenigsten am Stück. Übernachtungen wären sinnvoll, muss man allerdings über alle Kanäle suchen, es gibt keine Hotels am Weg.

Vorweg seien die Orte der Runde genannt: Medlingen, Bachhagel, Altenberg, Staufen, Zöschingen, Ziertheim, Wittislingen, Haunsheim, Unterbechingen und Medlingen. Dazu haben die Rundenplaner Teilabschnitte erarbeitet: Nord 32 km, Mitte 25 km, Ost 12 km, Süd 17 km.

Die 68km laden mit verschiedenen Installationen dazu ein, sich seiner Sinne bewusst zu werden, mit Ausblicken, durch Duftgärten, per Barfußpfad oder durch Quellwasser und auch der Geschmackssinn wird bedient. Dazwischen gibt es was für den Puls mit Anstiegen, die durch Weitsichten belohnt werden.

Von Obermedlingen mit seiner imposanten Klosterkirche Mariä Himmelfahrt nebst Loreto-Kapelle geht es durch Medlingen und bergwärts durch Flur und Wald. Oben lockt eine Panoramaliege zum Ausstrecken, mit Weitblick ins Brenztal. Auf dem Weg nach Bachhagel gelangen wir an den Zwergbach und wandern mit ihm durch die Aue. In Bachhagel wurde ein Barfußpfad zur Sinnesbelebung angelegt. Bachhagel haben wir nach rund 14km erreicht. Zwischen Bachhagel und Landshausen gibt es eine Straße nach Giengen an der Brenz, dort wäre ein Hotel.

Dem Zwergbach folgend wird Landshausen erreicht. Wir wandern durch Wiesen und Felder in die Gemeinde Syrgenstein und dort nach Altenberg. Im Pfarrdorf steht die Kirche St. Johannes Evangelist aus dem 18. Jahrhundert mit Doppelturmfassade. Als weiteres Baudenkmal gibt es das Schloss Altenberg aus dem 17. Jahrhundert.

Über den Zwergbach kommen wir an der Kirche St. Martin nach Staufen, nach rund 21km der Runde. Hier kann man ein Kneippbecken betreten, beim Schlössle. Wir gehen den Kreuzweg aufwärts zur Kapelle Maria Schnee. Kurz drauf ist im Wald ein Xylophon. Auch Wacholderheide findet sich auf dem Weg zur Kreuzbuche.

Mit Wald geht’s weiter gen Norden zu den Windrädern und nach Zöschingen. Per Meditationsweg erreichen wir den kleinen Kraftort Kapelle Maria Steinbrunn, nebst Brotzeitinsel, Kneippanlage und Panoramaaussicht. Rund 30,5km sind es bisher im Sinne-Reich des Dillinger Lands. Weiter sinnlich ist die nächste Station beim Biotop der Enzianwiesen, wo man eingeladen wird, die Augen zu schließen, um Froschquaken und Libellensurren zu lauschen

Es geht an die Egau hinab, nach Ballmertshofen (Gemeinde Dischingen), mit dem Weg Maierwiesen und über die Egau. In Ballmershofen ist die Kirche St. Anna. In Ballmertshofen ist ein Landgasthof mit Gästezimmern und wir sehen das Schloss Ballmertshofen (16. Jahrhundert) mit hübschem Schweifgiebel.

Gen Süden wandernd, die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern überschreitend, erleben wir mit dem Dattenhauser Ried das nächste sinnliche Reich. Mit 250ha ist es das größte Moorgebiet im Naturraum Schwäbische Alb, mit über 40 seltene Brutvogelarten. Etliche Gefieder landen hier auch gerne zwischen, tanken Kraft und erfüllen die Luft mit ihrem Rufen und Singen.

Durch die offene Landschaft wandern wir nach Ziertheim, queren davor die Egau und Riedegau. Vor einem Wäldchen kommen wir zum „Fels auf dem Buckel“ und können den markanten 73m hohen und schlanken Turm vom Kloster in Obermedlingen erspähen.

Nächster bewohnter größerer Halt ist in Wittislingen an der Egau, das wir nach rund 48km erreichen (etwas außerhalb bei Schabringen gibt es Zimmer). Zu Wittislingen gehört das Naherholungsgebiet Grünberg, mit Blumenwiesenduft, Hörrohr und Panoramaliege mit herrlichem Blick auf das Donautal und Schloss Haunsheim.

Haunsheim liegt am Zwergbach, hat als Baudenkmäler das in Privatbesitz befindliche neugotische Schloss Haunsheim (1604) mit Schlosstorbau und die evangelische Dreifaltigkeitskirche (1609).

Auf idyllischem Pfad und Juraweg geht es mit dem Zwergbach nach Unterbechingen. Von dort wandern wir ins Pfannental mit einem traditionsreichen Wanderheim an einem aufgelassenen Steinbruch, mit Betten, Zeltplatz, Biergarten und Spätzle. Von dort bis zum Ausgangsort sind es dann noch 6km. Das Kloster Obermedlingen geht auf das 13. Jahrhundert zurück, der Neubau begann 1700. Die Stiftskirche Mariä Himmelfahrt setzt am Ende, der auch Anfang der Sinne-Reich-Runde war, einen schmucken Schlusspunkt.

Bildnachweis: Von GFreihalter [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

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