Die Schlade

Westlich von Herrenstrunden liegt unterhalb der Bundesstraße B 506 das Naturschutzgebiet Die Schlade. Hier zeigt sich ein beeindruckende Karstlandschaft, die 2006 in die Liste der 77 nationalen Geotope Deutschlands aufgenommen wurden. Was ist hier zu sehen?

Vor rund 400 Mio. Jahren gab es noch keine Kontinente, wie wir sie heute kennen, sondern die Landmassen waren noch miteinander verknüpft. Der Nordkontinent Laurussia verband damals Festland, das vom heutigen Nordamerika bis nach Sibirien reichte und durch den Rheischen Ozean vom Südkontinent Gondwana getrennt war. Einer der Küstenabschnitte dieses Ozeans verlief damals mitten durchs Bergische Land – und das sieht man heute noch in der Schlade.

Die Schlade ist ein Trockental. Kein Gewässer durchzieht den stellenweise recht breiten Talgrund. Ursache ist die Wasserlöslichkeit des Kalksteins. Die Gewässer in Gebieten, deren Untergrund aus Kalkstein besteht, folgen vielfach einem unterirdischen Lauf entlang von Spalten und Klüften, die sich durch weitere Lösung des Kalksteins zu Höhlen erweitern können.

Ihr heutiges Aussehen verdankt die Schlade allerdings auch den Menschen, und zwar durch den industriellen Abbau von Kalkstein und Brauneisenerzen vor allem in 19. Jahrhundert. Für den geologisch Interessierten ist das natürlich heute von Vorteil. So lassen sich zahlreiche sehenswerte geologische Phänomene an den künstlich geschaffenen Aufschlüssen beobachten.

Aber nicht nur Geologie ist angesagt in der Schlade. Auch Tiere und Pflanzen fühlen sich in dem ehemaligen Riff wohl. Orchideen-Buchenwald stockt auf den Hängen, Birkenpionierwald besiedelt die Abbruchkanten des Steinbruchs. Wegen seines Artenreichtums und der gut ausgebildeten Biotopkomplexe von Felsen, Schluchtwald und verschiedenen Kalkbuchenwäldern besitzt das Gebiet eine herausragende Funktion als Relikt der Paffrather Mulde und als Refugium zahlreicher gefährdeter Arten.

Die schönsten Ziele in der Schlade werden über den Geopfad Bergisch Gladbach erschlossen, der zusammen mit den Wanderexperten des Sauerländischen Gebirgsvereins und öffentlichen Fördermitteln zu einem spannenden Ausflug in die Erdgeschichte ausgebaut wurde.