Herrenstrunden (Bergisch Gladbach)

Herrenstrunden liegt im oberen Strundetal im Nordwesten des Stadtgebiets von Bergisch Gladbach. 100m unter der Quelle der Strunde, einem 19km langen Zufluss des Rheins, wurde im Mittelalter eine Komturei der Johanniter eingerichtet. Die Johanniter waren ein Ritterorden, der im 11. Jahrhundert in Jerusalem begründet wurde. Die Komturei wurde wahrscheinlich um 1270 begründet und war später Verwaltungszentrum für die Ordensgüter im Rheinland.

Im 16. Jahrhundert firmierten die (katholischen) Johanniter um und nannten sich fortan Malteser, weshalb die Komturei an der Quelle der Strunde seitdem nur noch Malteser Komturei heißt. Das heutige Komtureihaus entstand wohl im 17. Jahrhundert. Die Komturei war rings von Wasser umgeben, dem Hausweiher, der einen wirksamen Schutz gegen feindliche Überfälle darstellte. Die Malteser Komturei kam mit der Säkularisation 1803 in Privatbesitz und wird heute als Hotel und Restautrant geführt.

Die einstige Kapelle der Komturei ist heute die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Die Johanneskirche besteht im Kern aus einem um 1345 entstandenen rechteckigen Kapellenbau, der 1555 durchgreifend verändert wurde. 1904 erfolgte eine neogotische Erweiterung nach Osten um Querhaus und Chor. Die ursprünglich flache Decke der Kapelle wurde 1911 durch ein Holztonnengewölbe ersetzt. Unter der westlichen Hälfte der alten Kapelle befindet sich eine Gruft mit vier Kreuzgewölben auf einem einfachen Mittelpfeiler.

In Herrenstrunden gibt es ein weiteres historisches Gebäude zu sehen, die Burg Zweiffel. Im 13. Jahrhundert als Wasserburg errichtet, kam sie später in den Besitz der Familie Zweiffel. Diese ließ 1663 die alte Wasserburg abtragen und ein neues Herrenhaus bauen. Nach einem Brand 1942 schien das Ende für Burg Zweiffel gekommen zu sein, doch seit 1976 ist Burg Zweiffel wieder in privater Hand und wurde nach historischem Vorbild wieder aufgebaut. Eine Besichtigung ist allerdings nicht möglich.