Strundetal


Die Strunde ist ein 19km langer Zufluss des Rheins. Ihre Quelle ist bei Herrenstrunden gefasst. Von hier fließt die Strunde in westlicher Richtung nach Bergisch Gladbach (hier ist sie größtenteils verrohrt) und dann weiter nach Köln, wo sie in Holweide den Faulbach kreuzt und schließlich in Mülheim in den Rhein fließt.

Die Strunde galt einst als fleißigster Fluss weit und breit. Fast vierzig Mühlen wurden von der Strunde angetrieben, darunter auch die bekannte Gohrsmühle, die millionenfach als Wasserzeichen das Premiumpapier der Papierwerke Zanders zierte. Am Standort der Gohrsmühle ist nach wie vor das Hauptwerk des mittlerweile unter finnischer Flagge segelnden Unternehmens M-Real Zanders.

Bevor die Strunde das heutige Industriegebiet Gohrsmühle erreicht, durchfließt sie aber erstmal Herrenstrunden und passiert hier Gut Schiff. Heute ein Landwirtschaftsgut mit Hofladen war Gut Schiff ursprünglich eine Anlage, die an das Staubmühlchen angegliedert war. Vier Mühlen rieben hier im 18. und 19. Jahrhundert Schwarzpulver, dann wurde der Betrieb eingestellt und Gut Schiff als Bauernhof und Wohnhaus genutzt. Bekannt ist Gut Schiff u.a. für die mittelalterliche Belagerung – ein Mittelaltermarkt mit ganz besonderem Flair.

Dann erreicht die Strunde die Igeler Mühle. Die ehemalige Getreidemühle wurde 1860 erbaut und ist seit 2010 ein Tempel und Bildungszentrum der Won-Buddhisten, einer süd-koreanischen Glaubensrichtung, die 1924 begründet wurde.

Kurz bevor das Zentrum von Bergisch Gladbach erreicht ist, passiert die Strunde die Papiermühle Alte Dombach. Ursprünglich zu Beginn des 17. Jahrhundert errichtet, kam sie 1876 in den Besitz der Familie Zanders und wurde noch bis 1930 aktiv genutzt. 1987 übertrug die Familie Zanders die Dombach-Mühle dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) zur Eingliederung in das dezentrale LVR-Industriemuseum. 1999 wurde hier das größte Papiermuseum Deutschlands eröffnet, das LVR-Industriemuseum Alte Dombach.

Wer Lust hat, kann sich selbst im LVR-Industriemuseum Alte Dombach als Papiermacher versuchen und seine Geschicklichkeit mit dem Schöpfrahmen erproben. Eine mächtige Papiermaschine aus dem Jahr 1889 beeindruckt mit ihren vierzig Metern Länge und fünf Metern Höhe. Papiertheater, Freundschaftsbüchlein und historische Verpackungen erzählen vom Papiergebrauch in früheren Zeiten. Im Außenbereich befindet sich u.a. ein Schaugarten, in dem Pflanzen wachsen, aus denen sich Papier herstellen lässt.


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