Crainfeld

Im südöstlich von Grebenhain gelegenen Ortsteil Crainfeld fällt im Ortsbild der sogenannte Crainfelder Bleistift auf: der schlanke, 42m hohe Turm der evangelischen Pfarrkirche. Der Ursprung der Crainfelder Kirche geht bis ins Jahr 1011 zurück. Die Kirche wurde 1622 niedergebrannt und nicht mehr mit gotischer Gewölbedecke sondern einer Flachdecke aufgebaut. Der neue, schlanke Turm im neugotischem Stil wurde 1858 errichtet. Der romanische Taufstein stammt aus dem 12. Jahrhundert und die Orgel ist aus dem Jahr 1666.

Nahe der Kirche, in der Kreuzstraße, staunt der Fachwerkliebhaber nicht schlecht, wenn er auf den Edelhof stößt. Früher war der Ort Amts- und Gerichtssitz der Schultheißen der Landgrafen Hessen-Darmstadt. Zimmermeister Hans Muth aus Lauterbach erhielt um 1685 den Auftrag dieses Amtshaus zu bauen.

Das quergeteilte Vogelsberger Einhaus, in dem Wohnbereich und Wirtschaftsgebäude hintereinander liegen, wirkt allein schon durch seine Größe. Die Fachwerkbauweise mit beinahe filigran gestalteten Gefachen lässt den Betrachter staunen, wie viel Arbeit und Geschick in der Entstehung des Hauses, das dem Stil der späten Renaissance zugeordnet wird, steckt. Dass hier Gericht gehalten wurde, verkünden die Schnitzfiguren im Fassadengebälk, wie die Justitia mit Schwert und Waage.