Burg Ulrichstein

Ein steiler Zahn ist der Aussichtsturm auf dem 614m hohen Schlossberg in Ulrichstein, der höchsten Stadt in Hessen. Steil, weil man einen kurzen Stich bergauf gehen muss, um dann vom Aussichtsturm auf Burg Ulrichstein die Aussicht über den Vogelsberg zu genießen. Trübt kein Niederschlag das Auge und ist die Luft klar, blickt man nördlich nach Alsfeld und weiter ins Knüllgebirge, gen Osten nach Hünfeld, Fulda und in die Rhön, im Süden zeichnen sich Büdingen, Gelnhausen, Wetterau und Spessart ab, im Westen reicht der Blick ins Gießener Becken und hinüber in den Taunus.

„Alles meins“, mag sich so mancher Burgherr im Stillen bei dieser Aussicht gedacht oder gewünscht haben. Errichtet wurde die Ulrichsteiner Burg auf dem Basaltschlot wahrscheinlich im 13. Jahrhundert, ganz genau weiß man das nicht. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Burg Ulrichstein in Mitleidenschaft gezogen, konnte aber weiter genutzt werden. Erst 1835 erteilte der damalige Eigner die Freigabe, Burg Ulrichstein abzutragen und Steine als Baumaterial zu verwenden. Das zog: Burg Ulrichstein war keine zwanzig Jahre später Ruine.

Später kaufte das Land Hessen die Ruine der Burg Ulrichstein und seit den 1990er Jahren wird wieder an der Burg gearbeitet. Erst wurde die innere Burgmauer saniert und später die äußere Mauer erneuert. Der Aussichtsturm wurde in der Optik eines Wachturms 2004-05 errichtet und bietet den oben beschrieben Rundblick.

Harmonisch ergänzt wird die Burganlage durch den 6ha großen Vogelsberggarten, der 2001 angelegt wurde. 243 Pflanzenarten haben hier ihre Wurzeln geschlagen, darunter auch geschützte Arten wie die Trollblume. Gleich am Eingang wurde ein Bauerngarten rekonstruiert. Über die Tafeln des Lehrpfades wird der Gartenfreund über die Flora in Kenntnis gesetzt.