Burg Schönburg (Oberwesel)

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Wunderschön und mächtig über dem Rhein thront Burg Schönburg auf einem Sporn südlich von Oberwesel. Die einstige Reichsburg wurde im 12. Jahrhundert gegründet und gehört heute zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.

Es lohnt der Aufstieg, wenngleich steil in Serpentinen, von Oberwesel aus auf dem Fußweg von der Westseite des Burgbergs. Rund dreißig Minuten braucht es. Man kann aber auch zur Burg fahren. Zwischen der Oberweseler Liebfrauenkirche und der Schönburg liegt als ein erster Aussichtspunkt die Elfenley, die bereits zur Denkmalzone der Burg zählt, wie auch das vorgelagerte Gut Schönburg. Vom nächsten Aussichtspunkt, der Flaggenwiese, hat man einen fantastischen Blick auf Oberwesel.

Dem stattlichen Bauensemble der Burg Schönburg, die natürlich einige Veränderungen erfuhr, ist die bewegte Geschichte noch anzusehen. Diese beginnt mit dem Erzbischof von Magdeburg und führt zum Trierer Erzbischof. Als Reichsministeriale waren die Ritter von Schonenberg als erstes eingesetzt. Die Familien verzweigten sich und Schönburg wurde Ganerbenburg. Drei Familien lebten dort gleichzeitig. Im 14. Jahrhundert war sie mit drei Wohnbereichen und Bergfrieden ausgebaut.

Ein immer noch imposanter Ausbau dieser Zeit ist in der Schildmauer Hoher Mantel zu erkennen. Diese Art Mauer umgibt ein Areal wie ein Mantel, ist hoch ausgeprägt und oft nicht so dick wie eine Schildmauer, dabei aber nicht minder effektiv. Der Hohe Mantel der Schönburg mit dem Rundbogenfries ist recht einzigartig und sehenswert.

Bereits im 16. Jahrhundert wird Burg Schönburg als baufällig beschrieben und 1689 wurde sie im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. 1885 erfolgte ein teilweiser Wiederaufbau, worunter der Aussichtswinkel und der südliche Palas zählen. In den 1950er Jahren hielt Übernachtungsbetrieb Einzug im Bereich der südlichen Bergfriede und des südlichen Palas. Die Internationale Jugendburg Kolpinghaus auf Schönburg bietet 35 Zimmer, die sich auf dem Burgareal verteilen. Hinzu zählt die Burgkapelle, worin auch kirchliche Trauungen stattfinden können.

Das heutige Vier-Sterne-Hotel begann sein Wirken 1957 und schmiegt sich um den Barbarossaturm. Der rot verputze Hotelbau mit Fugenmalerei wurde historischen Vorlagen nachempfunden. Der nördliche Palas zeigt Reste der Erbauerzeit im 12. Jahrhundert. Auch der Torturm stammt aus dieser Zeit. Die beiden runden Bergfriede, der südliche Palas, Kapelle und Halsgraben entstammen dem 14. Jahrhundert, der Zeit der Ausbaustufe mit dem Hohen Mantel. Das Haus Schönberg ist aus Fachwerk aus dem Jahr 1886.

Das Turmmuseum entstand 2011 und bietet Informationen zum Thema Burgenbau sowie Denkmalschutz und Burgen im Krieg. In den historischen Räumlichkeiten des Doppel-Fallgitter-Torturmes kann man sich an einer Steinschleudersimulation verdeutlichen lassen, wie damals eine Burg belagert und beschossen wurde. 122 Stufen führen auf eine Aussichtsplattform mit herrschaftlichem Blick ins Rheintal.

Der Rheinburgenweg startet mit seiner 11. Etappe von der Schönburg aus nach Bacharach, das man nach rund 13km erreicht. Die 10. Etappe über rund 9km hat die Burg zum Ziel und kommt von Sankt Goar.