Burg Rheinstein

Die Burg Rheinstein liegt linksrheinisch zwischen Trechtingshausen und Bingen auf einem steil aufragenden Fels oberhalb der Bundesstraße B 9. Die Spornburg aus dem frühen 14. Jahrhundert wurde wohl nur deswegen gebaut, um das Wiederaufbauverbot der Burg Reichenstein zu überwachen, wo ja die Raubritter ihr Unwesen getrieben hatten. Bereits kurz nach ihrer Errichtung verlor sie ihre strategische Bedeutung und wurde den Mainzern irgendwann zu teuer im Unterhalt. Sie war zur Zeit des Pfälzischen Erbfolgekrieges wohl schon so unbrauchbar geworden, dass die Franzosen kein Pulver mehr auf sie verschossen.

Im Zuge der Rheinromantik des 19. Jahrhunderts kaufte Prinz Friedrich von Preußen 1823 die damals noch Burg Voitsberg genannte Anlage und ließ sie entsprechend des Zeitgeschmacks wieder herrichten und ausbauen, wobei schon darauf geachtet wurde, so viel alte Bausubstanz zu behalten wie möglich. 1829 erhielt die Burg den Namen Rheinstein. 1839-44 kam die Schlosskapelle hinzu und das bergan gelegenen Schweizerhaus als Gästedomizil.

Nach nun rund dreißig Jahren stilvoller Sanierung ist die in Privatbesitz befindliche Burg Rheinstein wieder zu besichtigen. Rekonstruiert wurden die Architekturmalereien und die Glasfenster aus dem 14. bis 17. Jahrhundert. Man kann sich in das Turmzimmer der Burg einmieten oder sich anderweitig gastronomisch verwöhnen lassen. Auch trauen lassen kann man sich in dem Ambiente mit Rheinblick.

Es geht die Sage, dass auf Burg Rheinstein die Liebe eine besonders starke Kraft hätte. Einst liebte Gerda den schönen und jungen Helmbrecht. Der schickte seinen Onkel Gunzelin, um um Gerdas Hand anzuhalten. Gunzelin empfahl aber nicht den holden Neffen, sondern sich als Gemahl für die junge Maid. Da Gunzelin reich war, besiegelte man die Heirat. Und nun kommen sagenhafte Bremsen ins Spiel. Die bissen nämlich Gerdas Pferd auf dem auch Gunzelin saß und das Pferd ging durch, der Alte stürzte vom Ross in den Tod und Gerda wurde vom schönen Helmbrecht gerettet. Das weitere Sagenhafte an der Geschichte ist, dass den Verliebten ein ungetrübtes Eheglück zu Teil wurde.

Südlich von Trechtingshausen und südwestlich der Burg Rheinstein könnte man ganz kurz aus Richtung Bingen kommend und in das Hanggrün blickend denken, man sei in der Schweiz, denn das Augenmerk richtet sich auf das Ausflugslokal Schweizerhaus. Das Schweizerhaus wurde 1844 als reichhaltig verzierter Blockbau im sogenannten Schweizer Stil errichtet. Man findet auch einen spätgotischen Torbogen und Mauerreste. Wer dorthin will, muss zu Fuß gehen. Das einstige Gästehaus der Burg Rheinstein liegt etwa 130m oberhalb des Rheins und ist über einen Serpentinenweg, der Haus und Burg verbindet, zu erreichen. Der kleine Marsch lohnt sich!

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