Burg Koppenstein

Die Koppensteiner Höhe (551m) erhebt sich im Südwesten des Großen Soons und steigt vom Bett des Kellenbachs aus gemessen rund 280m auf. Auf dem überwiegend bewaldeten Höhenrücken steht heute als letzter Rest der Burg Koppenstein ihr Bergfried, der als frei zugängiger Aussichtstum einen schönen Blick über den Soonwald ermöglicht.

Burg Koppenstein ist mit den Geschicken der Grafen von Sponheim verbunden und geht ins Jahr 1155 zurück. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand eine Oberburg mit dem fünfseitigen Bergfried. Es gab auch eine Unterburg, die von einer doppelten Ringmauer gegen Norden, Süden und Osten geschützt war. Reste des Palas finden sich unterhalb des Bergfrieds. 10m tief und stellenweise 20m breit war der Burggraben.

Nach 1550 setzte der Verfall der Anlage ein, da die einstige Herrscherlinie ausgestorben war. Die Folgebesitzer hatten wohl kein allzu großes Interesse am Erhalt und die Bewohner der nahen Siedlung, die einst Stadtrechte besaß, zogen in die umliegenden Ortschaften.

Das Koppensteiner Gretchen (Maria Margaretha Rosenstein), verstorben 1821, war die letzte Bewohnerin der Burg, deren Geschichte in einem Gedicht über die Jumfer vun Koppelstähn verarbeitet wurde. 1812 übrigens verkauften die Franzosen die Burg an die Freiherren von Schmidtburg in Gemünden. Den Nachkommen dieser Familie gehört die Burgruine noch heute. Und noch eine Geschichte hat sich an diesem Ort zugetragen. 1800 teilte der berühmt berüchtigte Schinderhannes auf Burg Koppenstein die Beute aus Raubzügen mit seinen Schergen.

Zwischen der Burgruine und dem Ort Henau liegt das großflächige Areal eines Steinbruchs. Hier wird Quarzit abgebaut, wobei das Vorkommen von weißem Quarzit, der von hier aus in alle Himmelsrichtungen gekarrt wird, nicht so oft anzutreffen ist. Mit dem weißen Quarzit wird zum Beispiel Straßenasphalt aufgehellt. Zwischen 250.000 und 350.000 Tonnen Gestein werden jährlich in Henau aus der Erde gezerrt, durch Kreiselbrecher gejagt und in unterschiedliche Körnungen gesiebt. Das alles wird mit nur rund zwölf Mitarbeitern bewerkstelligt.