Burg Bischofstein

Seit 1954 ist Burg Bischofstein in Nutzung durch ein Schullandheim des Fichte-Gymnasiums Krefeld. Obwohl sie bisher im Innern Wanderern verschlossen geblieben ist, lohnt sich trotzdem ein Besuch der Burg – visuell kommt man eh nicht drumherum, zum Glück.

Burg Bischofstein liegt an mehreren attraktiven Wanderwegen, wie dem Moselhöhenweg, dem Schoppenstecher-Wanderweg sowie dem örtlichen Wanderweg 7. Der Hatzenporter WeinWetterWeg führt zur Burg Bischofstein, der Jakobsweg verläuft in etwa 2km Entfernung und am Tag des offenen Denkmals kommt man auf jeden Fall rein.

Burg Bischofstein ist eine Spornburg am westlichen Ufer der Mosel nahe Lasserg. Die Burgerrichtung wurde Mitte des 13. Jahrhunderts durch Erzbischof Arnold II. von Trier begonnen. Obgleich der Dreißigjährige Krieg auch an der Mosel wütete, blieb Burg Bischofstein vermutlich unbeschadet. Französische Truppen unter Sonnenkönig Ludwig XIV. erledigten dann 1689 die Zerstörung. Die Ruine wechselte öfter durch Versteigerung und Verkauf die Besitzer, bis das erwähnte Schullandheim einzog.

Heute steht Burg Bischofstein unter Denkmalschutz aufgrund des Baustils von 1930. In dieser Zeit baute die Familie Neuerburg aus Trier die Burg Bischofstein wieder auf, die in der Folge als Genesungsheim für Soldaten, als Lazarett und Flüchtlingsheim diente. Heute wird im Rittersaal Tischtennis gespielt und gekickert, in Schlafsälen genächtigt, Lehrer dürfen natürlich im Einzelzimmer ruhen.

Der zwanzig Meter hohe Bergfried hat einen charakteristischen Reif um seinen Steinbauch. Der Ring ist ein Stück Putz, der aus dem Spätmittelalter übrig geblieben ist. Die Zinnen wurden bei einer Renovierung 1997 neu aufgemauert, die Plattform des Turms erneuert und eine Holztreppe eingebaut. Von hier oben lässt sich eine herrliche Aussicht auf die sich unten windende Mosel genießen.

Wieder aufgebaut wurde in den 1930er Jahren auch die Burgkapelle St. Stefan. Besonderheit der Kapelle ist eine Tür aus dem Chorgestühl der Mainzer Kartause, einer Niederlassung des Ordens der Kartäuser. Dessen kunsthandwerklich bedeutendes Chorgestühl aus dem 18. Jahrhundert ist in großen Teilen im Trierer Dom zu bewundern, teilweise wurde es auch versteigert.

Auf halber Höhe zur Burg Bischofstein liegt die Pauluskapelle. Sie stammt aus der Zeit um 1200. Das Gewölbe wird dem 14. Jahrhundert zugeschrieben und der Kreuzgang dem 17. Jahrhundert.

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