Brüninghausen (Lüdenscheid)

Brüninghausen, heute ein Lüdenscheider Ortsteil, bestand als Bauerschaft schon im 13. Jahrhundert. Der Ort liegt ein wenig abseits der eigentlichen Kernstadt, im Osten von Lüdenscheid. Hier verläuft die Verse von der Versetalsperre her kommend von Süd nach Nord. Die Verse ist es auch, die zahlreiche Mühlen und Hammerwerke antrieb, bevor Dampfmaschine oder Elektrizität erfunden waren.

Und so nimmt es nicht wunder, dass eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Lüdenscheider Mulde ein ehemaliges Hammerwerk ist: der Bremecker Hammer. Er liegt ganz in der Nähe von Brüninghausen, etwa auf halber Strecke zwischen dem Ort und der Staumauer der Versetalsperre.

Der Bremecker Hammer war bis 1972 in Betrieb, doch seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1753 zurück. Damit ist die Anlage, die heute als Schmiedemuseum dient, der älteste Zeitzeuge der Eisenverarbeitung in vorindustrieller Zeit auf Lüdenscheider Gebiet.

Vor allem erinnert er daran, dass die Gegend um Lüdenscheid lange Jahre führend in der Verarbeitung des sogenannten Osemundeisens war, das sich vor allem für die Drahtzieherei als Rohstoff eignet. Die Kunst bei dieser ausgesprochen anstrengenden Arbeit war es, das Eisen aus dem Erz im Holzkohlefeuer unter hoher Luftzufuhr herauszuschmelzen und sofort auszuschmieden. Dadurch verringerte sich der Kohlenstoff-Anteil im Material, was die Elastizität erhöhte.

Die sechs Abteilungen des Schmiedemuseums im Bremecker Hammer zeichnen verschiedene Verarbeitungsprozesse des Eisens nach: Schleiferei, Handschmiede, Feilenhauerei, Wagenbau und Hufbeschlag sind hier zu nennen, hinzu kommt eine Abteilung, die sich mit der Historie der Eisenverarbeitung beschäftigt.

Zu besonderen Veranstaltungen werden ein Schwanz- und ein Fallhammer noch in Betrieb genommen, um das alte Gewerbe zu zeigen und die lange Tradition der Eisenverarbeitung lebendig zu halten.

Die idyllische Lage im Versetal südöstlich von Lüdenscheid lädt zu Spaziergängen ein. In diesem Fall wollen wir an der Verse entlang nach Norden spazieren, in den Ort Brüninghausen selbst. Denn auch dort gibt es noch einige Sehenswürdigkeiten. Zum Beispiel den historischen Haferkasten. Die Holzkonstruktion steht auf steinernen Sockeln, geschützt vor der Bodenfeuchtigkeit, und diente zur Aufbewahrung von Getreide. Früher handelte es sich dabei meist um spezielle Mäusepfeiler. Sie waren so geformt, dass Mäuse keine Chance hatten, an das leckere Innenleben des Haferkastens zu gelangen.

Ebenfalls sehenswert ist die evangelische Kirche. Sie wurde 1912 im Stil des Jugendstils erbaut und zeigt einen sehr markanten, gestuften Turmhelm. Auf alten Aufnahmen der Kirche kann man noch das Bruchsteinmauerwerk erkennen, doch heute ist das Gebäude weiß verputzt. Bemerkenswert im Inneren der Kirche sind die überlebensgroßen Sgraffito-Bilder im Chor, die Moses und Petrus darstellen. Sie stammen vom Weidauer Künstler Hermann Kuhmichel, der sie im Jahr 1963 schuf.

Ein Rundgang durch Brüninghausen wäre nicht komplett, ohne einen Blick auf den Platehof geworfen zu haben. Es handelt sich dabei um einen ganzen Gebäudekomplex, bestehend aus Herrenhaus, verschiedenen Nebengebäuden, Fabrikationsgebäuden und einer ansehnlichen Gartenanlage. Im Mittelpunkt steht das Herrenhaus, das im Jahr 1863 entstand. Die gesamte Anlage hatte sich ursprünglich aus einem Hof, dem Ohler Hof entwickelt. Auch in der Nachbarschaft des Platehofs finden sich sehenswerte Gebäude, beispielsweise ein Herrenhaus in frühklassizistischem Stil vom Anfang des 19. Jahrhunderts.