Bitburg

Bitte ein Bit – diesen Werbespruch kennt man in Deutschland seit 1951 und man verbindet ihn mit einem der beliebtesten Biere Pilsner Art, dem Bitburger Pils. In rund 50.000 Gaststätten wird Bitburger gezapft, rund 4 Mio. Hektoliter fließen alljährlich durch die Kehlen. Die Bitburger Brauerei, 1817 gegründet, ist Bitburgs wichtigstes Aushängeschild und findet sich mit der großen Markenerlebniswelt zentral in der Stadt, die Verwaltungszentrum des Bitburger Gutlands und Kreisstadt der Südeifel ist.

Auch die Stadt Bitburg hat einen Werbespruch und der lautet: Auf die Lage kommt es an. Und die Lage auf einem Höhenzug zwischen Kyll und Nims westlich ist beliebt, denn in der Geschichte wechselte Bitburg oftmals die Herrschaften. Da waren Kelten, Römer, Franken und verschiedene Grafschaften, wie die von Burgund im 15. Jahrhundert. Später gehörte Bitburg zu den spanischen, dann zu den österreichischen Niederlanden, die Franzosen waren da und dann kamen die Amerikaner.

Die Amerikaner betrieben bis 1994 den Flugplatz Bitburg. Zusammen mit der benachbarten Air Base in Spangdahlem waren mehrere tausend Amerikaner im Bitburger Gutland wenigstens zeitweise heimisch. Daraus entstand in Bitburg ein eigener Stadtteil, Bitburg Housing. Der soll 2018 an die Stadt gegeben werden. Der Flugplatz Bitburg ist bereits in ziviler Hand und wird im sogenannten Bitburger Modell zu einem großen Dienstleistungs- und Gewerbepark umgestaltet.

1944 wurde Bitburg von den Amerikaner zerbombt. 85% der Stadt lagen in Trümmern. Bitburg wurde zur toten Stadt erklärt. Doch Totgesagte leben länger. Heute florieren Handel und Kultur im Zentrum der Südeifel. Startet man seine Erkundung am Rathausplatz mit dem Rathaus, das sein heutiges Aussehen in den 1950er Jahren erhielt, davor aber bereits das Stadthaus mit Amtsgericht war, sieht man unterhalb der nahe gelegenen Pfarrkirche ein Stück rekonstruiertes Mauerwerk des einstigen Römerkastells.

Direkt am Rathausplatz steht die katholische Liebfrauenkirche. Mit dem Kirchenbau wurde 1420 begonnen und es gab im darauf folgenden Jahrhundert spätgotische Erweiterungen und neugotische Vergrößerungen im 19. Jahrhundert. Die Liebfrauenkirche prägt das Stadtbild und in ihrem Inneren sind interessante Bauplastiken zu bestaunen. Sehenswert ist auch der barocke Steinaltar im nördlichen Seitenschiff und eine Kreuzigungsgruppe, ein Vesperbild mit einer reliefierten Stadtansicht Bitburgs, entstanden um 1608, die gotische Madonna mit Kind und das Ölgemälde in der Taufkapelle, das die Kreuzigung zeigt und um 1620 entstand.

Von der Geschichte Bitburgs erfährt der Besucher mehr im Kreismuseum Bitburg-Prüm in der Trierer Straße 15. Es finden sich hier Ausstellungsstücke zur landwirtschaftlichen und handwerklichen wie auch industriellen Geschichte der Region und natürlich auch archäologische Fundstücke. Das Kreismuseum ist im 1882 erbauten Gebäude der früheren Landwirtschaftsschule untergebracht.

Ein weiteres Museum befindet sich im Kulturzentrum Haus Beda. Hier werden im Fritz-von-Wille-Museum Bilder des Eifelmalers Fritz von Wille (1860-1941) gezeigt. In den neu gestalteten Museumsräumen geben rund achtzig Gemälde und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen einen repräsentativen Überblick über Willes Leben und Arbeit, darunter Hauptwerke wie Die blaue Blume, Mosenberg, Burg Reifferscheid im Winter und Ein klarer Tag. Wille verdankt seine Bekanntheit vor allem der Blauen Blume. Das Bild gefiel Kaiser Wilhelm II. Er kaufte es 1908 und danach musste Wille das Werk öfters kopieren für Haushalte, die sich wie der Kaiser einrichten wollten.

Seinen Namen verdankt Haus Beda übrigens dem historischen Namen von Bitburg: Die Römer hatten hier einen Ort namens Beda Vicus gegründet. Aus dem Dorf entstand eine Stadt und die brauchte eine Burg – die Bitburg. Die ist heute nicht mehr vorhanden, aber an der Stelle der mittelalterlichen Burg ließ der damalige Burgherr ein kleines Barockschlösschen erbauen. Das diente später mal als Waisenhaus, weshalb man es auch als Barockschlösschen Waisenhaus kennt. Das Barockschlösschen Waisenhaus stammt aus dem Jahr 1764 und beherbergt seit 1960 verschiedene Bildungseinrichtungen.

Bekanntheit erhielt Bitburg auch durch den Besuch des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan, der 1985 gemeinsam mit Helmut Kohl dem Bitburger Soldatenfriedhof Kolmeshöhe die Ehre gab. Anlass war der 40. Jahrestag der Kapitulation des Deutschen Reiches. Man legte Kränze nieder und gedachte der Gefallenen, 2.000 Soldaten an der Zahl aus den beiden Weltkriegen, aber keine US-Soldaten, dafür jedoch 43 Tote, die der Waffen-SS zugeordnet werden konnten. Die gewünschte Symbolik, das sich einstige Gegner über den Gräbern die Hände reichen, geriet in Schieflage und wurde international als The Bitburg Fiasco diskutiert.

Politik ist eine Methode, um internationale Bekanntheit zu erlangen, es geht aber auch schöner und bunter, nämlich mit dem jährlichen Europäischen Folklorefestival am zweiten Juliwochenende. Der Beda-Markt ist ein weiteres Fest in Bitburg und findet am dritten Märzwochenende seine Gäste.

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