Reifferscheid (Hellenthal)

Die Burgensiedlung Reifferscheid liegt auf einer ovalen Hügelkuppe und wurde 1106 erstmals schriftlich erwähnt. Grund der Erwähnung war, dass der damalige Eigentümer von Burg Reifferscheid eben diese anzündete, damit sie nicht den Feinden in die Hand fiele.

Immer mal wiederaufgebaut, verfiel Burg Reifferscheid schließlich doch zur Ruine. Dennoch ist selbst heute der Anblick von Reifferscheid beeindruckend. Der höchste Punkt des Hügels wird vom Bergfried markiert. Daneben prägt der Turm der Kirche mit Wehrturm am Chor das Panorama der Bebauung, die durch zahlreiche hübsche Fachwerkhäuschen gekennzeichnet ist. Die Burgruine ist frei zugänglich.

Durch das Gotische Tor, dem vor Ort genannten Pörzchen (nach 1400), betritt man den Ortskern. Der erste Weg führt einen durch sehr schön restaurierte Häuserzeilen zur Burg. Von der Burg Reifferscheid auf einer Höhe von 450m sind lediglich Reste erhalten, als da wären der weiß verputzte Bergfried, Umfassungsmauern, ein Torbau, flankiert von Rundtürmen. Ebenso die Vorburg, das zweitürmige Wachlokal mit übergiebelter Durchfahrt und die Tore.

Möchte man zur Pfarrkirche gehen, durchschreitet man das Matthiastor, auch Portz genannt. Das Matthiastor stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde aus Bruchsteinen gemauert. Die Pfarrkirche St. Matthias stammt im Kern aus dem späten 15. Jahrhundert. Der Kirchenbau erfuhr wesentliche Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte. Dabei erhielt der Chor den Wehrturm, ein Treppentürmchen wurde angebaut und der Halbturm auf der Südseite wurde erhöht. So ergibt sich ein recht romantisches mittelalterliches Bild von Reifferscheid.

Im Reifferscheider Unterdorf findet sich ein Lehnshof der Herren von Reifferscheid und gräflicher Witwensitz aus der Zeit um 1700. Der zweigeschossige Putzbau unter einem Walmdach und mit acht Achsen wurde an die Franziskus-Schwestern verkauft und erhielt so seinen Namen: Liebfrauenhof. Im Volksmund wird er auch Kloster genannt. Der Liebfrauenhof wurde bereits im 15. Jahrhundert erwähnt. Ein bekannter Bewohner war 1908-11 der Eifelmaler Fritz von Wille nebst Gattin. Heute ist hier eine Jugendhilfe-Einrichtung.

Südlich der Burg Reifferscheid liegt der Ort Oberreifferscheid. Das Örtchen hat eine aus Bruchstein gemauerte St. Luzia Kapelle, die weiß verputzt ist. Der kleine Saalbau stammt aus dem 16. Jahrhundert und erhielt 1928 den zweigeschossigen Turm mit Sakristei im Untergeschoss. Der damals noch vorhandene Westturm wurde aufgrund von Einsturzgefahr abgerissen.

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