Spangdahlem

The lovely Spangladesh: So nennen die auf der Air Base Spangdahlem stationierten Angehörigen der United States Air Force den Ort Spangdahlem im Bitburger Gutland. Die Eifel ist eben nicht Florida und auch nicht New York und dass es hier, womöglich etwas ab von McDonald’s und Dunkin’ Donuts, ein wenig beschaulicher zugeht, wurde von den Soldaten mit der ironischen Anspielung auf das ferne und wenig entwickelte Bangladesh quittiert.

Interessanterweise findet sich die Air Base Spangdahlem auf diversen Karten lediglich als große helle Fläche. Sollte das ein Versuch der Geheimhaltung sein? Zu übersehen ist der Stützpunkt jedenfalls nicht, denn die Air Base erstreckt sich nördlich der B 50 von Spangdahlem bis nach Niederkail und ist ordentlich eingezäunt mit Stacheldraht und verlaufenden Wachstraßen, entsprechend mit allerlei Verbotsschildern versehen. Eröffnet wurde die Airbase in Spangdahlem 1953 auf einem 6.600ha großen Areal. Zur Infrastruktur zählen unter anderem 500 Gebäude und eine Start- und Landebahn von drei Kilometern Länge sowie rund neunzig Flugzeug-Bunker.

Eine Schlagzeile machte die Air Base Spangdahlem 2006 mit dem sogenannten „kontrollierten Absturz“ bei Oberkail. Eine in Spangdahlem stationierte F-16 erlitt beim Start einen Schaden und der Pilot stieg per Schleudersitz aus. Dabei stellte sich heraus, dass die Maschine nicht in dem eigentlich definierten Bereich herunterknallte. In Absprache mit den deutschen Behörden wurde dann für künftige Notfälle der Truppenübungsplatz Baumholder als Absturzzone benannt.

Jetzt könnte der Eindruck entstehen Spangdahlem bestünde nur aus Militär. Dem ist natürlich nicht so. Die Region war bereits zur Römerzeit besiedelt und es sind einige Baudenkmäler verzeichnet. Im Ortsteil Spang findet sich die Pfarrkirche St. Nikolaus, ein neugotischer Saalbau aus Rotsandstein, der 1875 errichtet wurde. Benachbart stehen ein Kriegerdenkmal sowie ein 1875 errichteter Obelisk.

Im Ortsteil Dahlem steht die Filialkirche St. Hubert, ein Saalbau aus dem 18. Jahrhundert. Ebenfalls ist in der Gemarkung die Dahlemer Kapelle aus dem Jahr 1622 zu finden. Nahe des Weilbachs westlich von Dahlem ist die Denkmalzone des Friedhofs mit der Alten Nikolauskirche. Sie hat noch einen mittelalterlichen Westturm sowie ein Portal aus dem 17. Jahrhundert. Ebenfalls am Weilbach liegt die Schermühle, ein Winkelhof aus dem 19. Jahrhundert.

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