Oberkail

Auf halber Strecke zwischen Kyllburg und dem Kloster Himmerod liegt Oberkail. Über Jahrhunderte war Oberkail Residenz der Grafschaft Manderscheid-Kail, die aus einer Erbteilung der Manderscheider Grafen hervorgegangen war. Der Glanz der einst prächtigen Barockresidenz ist heute allerdings deutlich gemindert, da im 19. Jahrhundert Teile des Schlosses abgerissen wurden.

Burg Kail in der Bitburger Straße und Einiges da drum herum ist heute als Denkmalzone ausgewiesen. Die meisten der historischen Spuren der ehemaligen Vierflügelanlage stammen aus dem 17. Jahrhundert. Erhalten sind heute noch Teile der Ecktürme und der südlichen wie nördlichen Umfassungsmauern. Burgig ist auch das Betreten der heutigen Wohnanlage. Man geht nämlich an einer Stelle durch eine Tordurchfahrt mit aufwändig gestaltetem Bogen aus Sandsteinquadern und ist im barocken Teil, dem Schlosshof.

Die Pfarrei in Oberkail wird auch bereits im 12. Jahrhundert erwähnt. Die katholische Pfarrkirche St. Michael ist ein Saalbau von 1789, wobei der Westturm aus dem Jahr 1587 stammt. Gleich benachbart findet sich in der Kirchstraße das Pfarrhaus als spätbarocker Putzbau aus dem Jahr 1761.

Wallfahrer suchen in Oberkail aber eher die Frohnertkapelle östlich des Ortskerns auf. Die Wallfahrtskapelle steht auf einem Hügel über Oberkail und wurde von Graf Philipp Dietrich von Manderscheid-Kail im 17. Jahrhundert erbaut. Die Kapelle ist womöglich eine Nachbildung der Gnadenkapelle der „Trösterin der Betrübten“ in Luxemburg. Man mutmaßt, die Pest sei als Schreckensereignis 1636 ein Motor für den Bau der Frohnertkapelle gewesen.