Besucherbergwerk Grube Wohlfahrt

An der Straße von Reifferscheid nach Rescheid liegt das ehemalige Bleierzbergwerk Grube Wohlfahrt. Seit dem 16. Jahrhundert wurde – urkundlich belegt – bei Rescheid Bleierz abgebaut. 1940 war die Grube ausgebeutet.

Das heute noch zu sehen ist, wie sich der Bergbau im Hellenthaler Wald anfühlte, ist dem Heimatverein Rescheid zu verdanken, dessen Mitglieder in den 1980er Jahren das Bergwerk wieder zugängig machten. Seit 1993 ist die Grube Wohlfahrt als Besucherbergwerk geöffnet.

Die Grube Wohlfahrt bietet eine spannende Untertagewelt, denn hier kann man auf Fußsohlen einfahren, warm genug angezogen, es herrscht eine stabile Temperatur von 8° C rund durchs Jahr. Die Grube Wohlfahrt liegt an einem rund 60km langen sogenannten Streifen mit Bleierzvorkommen, der sich von Bleialf bis nach Mechernich zieht.

Dreimal täglich werden geführte Untertagetouren in der Grube Wohlfahrt angeboten. Start ist im Grubenhaus mit einer kleinen thematischen Ausstellung. Über eine Treppe gelangt man dann in den Tiefen Stollen, der für die Erkundung auf einer Strecke von 900m erschlossen ist und auch einige Seitenstollen zeigt. Der Tiefe Stollen war ein Entwässerungsstollen, denn das Grundwasser musste aus den Gängen darüber ablaufen, wenn die Bergmänner damals mit Schlägel und Eisen dem Stein das Bleierz entrissen, was später per Schwarzpulver geschah.

Nach der Erfindung der Dampfmaschine wurden die zuvor von Hand geschobenen Grubenhunte ersetzt. In der Grube Wohlfahrt ist auch noch der dazu notwendige Fahrdraht zu sehen und die Geschichten sind zu hören, um die Gefährlichkeit der Arbeit unter Tage. Über Tage kann man den Spuren des Rescheider Bergbaus auf dem Bergbaupfad rund um die Grube Wohlfahrt folgen – also Glück auf!

Es nimmt kaum Wunder, dass die Kirche in Rescheid der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, gewidmet ist. Eine Vorgängerkapelle wurde bereits 1620 erwähnt. 1890 erhielt die St. Barbara Kirche eine neugotische Erweiterung. Der Krieg machte eine Renovierung 1948 notwendig. Aufgrund des Mangels an allem fiel diese verständlicherweise eher schlicht aus.

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