Bayerischer und Böhmer Wald: Grenzüberschreitende Wanderung bei Haidmühle


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 16 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 46 Min.
Höhenmeter ca. ↑255m  ↓255m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Prosaisch wird die Moldau das blaue Band Böhmens genannt und ebenso prosaisch liegt die Gemeinde Haidmühle, übrigens heute ein industriefreier Standort, am grünen Band Europas. Aus 13 Ortsteilen besteht Haidmühle an der Kalten Moldau und an der Grenze zu Tschechien sowie an der Glasstraße und am Goldenen Steig – da haben wir sicher noch Attribute vergessen. Wasser, Wald und Grenzerfahrung stehen an!

Start ist am Rathaus Haidmühle, es geht gegen den Uhrzeigersinn und gen Norden. Wir queren die Kalte Moldau und lediglich der Name Hammerstraße erinnert, dass es hier einst Industrie gab, in dem Fall ein Hammerwerk, das aus Roheisen Gerätschaften „hämmerte“. Dazu wurde übrigens der Haidmühler Industriesteig angelegt.

Wir kommen an einem ehemaligen Sägewerk vorbei und nach bereits 750m sind wir Grenzgänger und betreten den Nationalpark Šumava. Das gleichnamige Biosphärenreservat misst rund 68.000ha und ist zusammen mit dem Bayerischen Nationalpark das größte zusammenhängende mitteleuropäische Waldgebiet und wo wir mit Prosa gestartet sind, man nennt es gerne: Grünes Dach Europas.

Für rund 4,5km wandern wir durch Tschechien und die böhmischen Moorlandschaften, über Wiesen und an Wäldern entlang im Biosphärenreservat Šumava. Dabei kommen wir an dem einstigen Dorf Schönberg vorbei: Krásná Hora, wo heute niemand mehr wohnt. Wenn wir über die Grenze zurück sind, streifen wir den Haidmühler Ort Auersbergsreut in dessen Norden, überqueren die Bischofsreuter Straße und gehen durch den Wald um den Lichtenberg (1.028m).

Ziel ist die Weberaubachklause, die vom Weberaubach gebildet wird. Wie wir bereits aus der Region wissen: Ist „Klause“ im Namen, wird es sich um einen einstigen Holztriftsee handeln. Wir irren nicht. Diese hatte einen Schwemmkanal zur Ilz, damit das Bayerische Waldholz bis nach Passau getriftet werden konnte. Rund 9,4km haben wir geschafft und erreichen kurz drauf bei 980m den höchsten Punkt der Wanderung.

Wir fließen quasi mit dem Weberaubach talwärts. Wir und er treffen auf den Goldgrubenbach, beide tun sich zusammen, kurz bevor diese sich mit der Rothbach vereinigt und die Kalte Moldau ist aus der Taufe gehoben. Weiter gehen wir auf der Nordvariante des Goldsteigs, die uns durch Ludwigsreut und an den Mirasatbach bringt sowie zurück nach Haidmühle.

Bildnachweis: Von High Contrast [CC BY 3.0 de] via Wikimedia Commons

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