Bamenohl

Folgt man der Lenne vom Ortskern Finnentrops aufwärts in Richtung Südosten, ist Bamenohl der Ortsteil, den man zuerst erreicht. Von Süden her überschaut der Dumberg (407m) den Ort. Bamenohl wird 1362 erstmals erwähnt. Genauer gesagt handelte es sich dabei aber nicht um einen größeren Ort, wie er sich heute darstellt, sondern um vier Höfe. In den meisten alten Urkunden allerdings ist Haus Bamenohl gemeint, wenn der Name erwähnt wird.

Haus Bamenohl, ein barockes Herrenhaus inmitten eines schön angelegten Parks mit altem Baumbestand liegt am Ortsausgang Richtung Grevenbrück. Ursprünglich handelte es sich um eine Wasserburg, die auf drei Seiten von Wassergräben umgeben war. Die erste Erwähnung eines Herrenhauses an dieser Stelle findet sich für das Jahr 1379. Im Lauf der Jahrhunderte erlebte das Schloss eine bewegte Geschichte unter wechselnden Besitzer, unter anderen der Familie von Plettenberg.

Ein von Plettenberg war es auch, der Mitte des 19. Jahrhunderts die Wassergräben zuschütten ließ, Carl-Gisbert von Bodelschwingh-Plettenberg. Auch der markante Turm, der das Haupthaus heute überragt, wurde 1870 auf seine Veranlassung hin gebaut. Heute kann man in dem Anwesen heiraten oder die Räume für andere Veranstaltungen mieten. Und einmal im Jahr, am dritten Sonntag im August, kommen Musikfreunde beim Jazzfrühschoppen auf ihre Kosten.

Wo der Park von Haus Bamenohl in spitzem Winkel nach Südosten hin ausläuft, befindet sich gleich die nächste Sehenswürdigkeit. Auch sie hat wie das ehemalige Wasserschloss mit Wasser zu tun: Das Laufwasserkraftwerk Bamenohl. Fast könnte man es für einen Pavillon des Parks halten, so hübsch ist das Gebäude. Kein Wunder: Es zeigt die typische Architektur des Jugendstils.

Als es 1920-21 entstand, war es maßgeblich daran beteiligt, die ländlich geprägte Region an der Lenne zu elektrifizieren, ganz ähnlich wie die ebenfalls erhaltenen Laufwasserkraftwerke in Ahausen und Lenhausen. Die technische Innenausstattung ist noch weitgehend im Original erhalten und könnte der Lenne rund zwei Millionen Kilowattstunden pro Jahr abringen. Allerdings ist es zur Zeit nicht in Betrieb.