Bad Hönningen Ariendorf

In Ariendorf am Rhein siedelten bereits vor 350.000 Jahren Menschen. Hier ist also eine der Wiegen der Besiedlung des Rheintals. An der Leubsdorfer Terrasse, deren Abruchkante heute nach Westen, zum Rhein hin steil abfällt, konnten Reste einer Unterkunft Mahlzeitreste wie Unterkiefer und Gelenkknochen vom Elefanten, Reste von Nashorn, Pferd, Hirsch, Riesenhirsch und einer Rinderart - Ur oder Bison - gefunden werden.

Trotz alledem findet erst 1217 eine erste urkundliche Erwähnung dieses frühen Siedlungsplatzes im Zusammenhang mit einer Weinsteuer statt. Der Ariendorfer Bach, der durch das Dorf fließt, trennte bis 1967 den Ort in einen kurkölnischen Teil, der zu Leubsdorf gehörte, und einen kurtrierischen Teil, dem man Hönningen zuschlug. Erst 1967 wurde Ariendorf „wiedervereint“ zu einem Stadtteil von Bad Hönningen.

Ariendorf ist vor allem bekannt durch die Burg Ariendorf, die 1845-46 vom Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner errichtet wurde. Im Jahre 1706 hatte der Trierer Kurfürst Johann Hugo von Orsbeck vom Kloster Nivellen ein an dieser Stelle stehendes mittelalterliches Hofhaus erworben und ließ es dann abreißen, um Platz für den Neubau zu schaffen.

Der Ortskern und die Rheinpromenade von Ariendorf zeigen einige schöne Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Der Ariendorfer Pegel, ist einer der letzten seiner Art im unteren Mittelrheintal. Dieser Turm wurde laut Schriftzug im oberen Abschlussstein der steinernen Türeinfassung im Jahre 1900 erbaut und diente bis 1951 als Schreibpegel, um den Wasserstand des Rheins zu kontrollieren. Im Inneren führt ein Schacht etwa sieben Meter senkrecht nach unten, und von diesem zweigt ein weiterer Schacht horizontal ab zur Flusssohle. Heute wird er nicht mehr genutzt.

Bis 1957 war die im Ortskern stehende Kapelle aus dem Jahr 1712 religiöser Mittelpunkt. Dann wurde eine neue Kirche gebaut, die allerdings 2009 wieder abgerissen wurde. Seitdem ist die St. Johann Baptist Kapelle wieder die Kirche im Ort. Sie ist als einschiffiges Tonnengewölbe mit 3/8 Chorabschluss erbaut.

Regionaler Bezug:

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