Bachheimer Grund

Der fruchtbare Bachheimer Grund bildet den nordwestlichen Teil des Blauen Ländchens im Hintertaunus. Hier wechseln sich ausgedehnte Wälder und Wiesentäler mit Feldern und Weiden ab. Zum Bachheimer Grund gehören die Dörfer Kehlbach, Niederbachheim, Oberbachheim und Winterwerb.

Im Bachheimer Grund entspringt eine Reihe kleine Bäche, die dem Mühlbach zufließen. Entlang der Bachläufe finden sich einige Mühlen: Bei Niederbachheim liegen die denkmalgeschützte Pliesen-Mühle, deren Gebäude teilweise aus dem 18. Jahrhundert stammen, sowie die Gemmersmühle; am Bachlauf des Hombach bei Kehlbach befindet sich die Ankermühle.

Auch die Hessenstraße durchquert auf ihrem Weg von Sankt Goarshausen durch den Taunus bis zur Wetterau den Bachheimer Grund. Diese uralte Höhenstraße stammt zum Teil aus keltischer Zeit, was auch die vielen Hügelgräber an ihrem Verlauf erklärt, und wurde in römischer Zeit teilweise befestigt. Ihr neuerer Verlauf sowie ihr Name entstanden im Spätmittelalter, wo sie als Verbindungsstraße zwischen Katzenelnbogen und Neukatzenelnbogen (dem heutigen Braubach) diente, die zur gleichen Herrschaft gehörten. Da die Hessenstraße überwiegend unbefestigt ist, bietet sie ein wunderbares Panorama. Ihr Verlauf ist südwestlich von Winterwerb auf mehr als 8 Metern mit alten Grenzsteinen markiert.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Bachheimer Grund an die Nassauische Kleinbahn angeschlossen; Winterwerb war eine Station auf der Strecke BraubachNastätten. Deren Trasse war nur schmalspurig, und so mussten am Rhein alle Güter, die von der vollspurigen Reichsbahn kamen, zum Weitertransport umgeladen werden. Dies war mit ein Grund dafür, dass die Nassauische Kleinbahn 1930 stillgelegt wurde. Auf dem Gelände des ehemaligen Bahnhofes, das mitten im Wald liegt, befinden sich heute ein Sportplatz und eine Grillhütte. Die Kleinbahn-Trasse selbst ist noch über weite Teile erhalten und kann erwandert werden.

Kulturdenkmäler finden sich im Bachheimer Grund insbesondere in Niederbachheim. Hier lohnt sich ein Abstecher zur evangelischen Pfarrkirche in der Lindenstraße. West-Turm und Schiff wurden im romanischen Stil errichtet und der gotische Chor später angebaut. Das vermutliche ehemalige Pfarrhaus, ein stattliches Bruchstein-Gebäude mit kubischem Walmdach, stammt aus der Zeit um 1860.