Assinghausen

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Um Assinghausen gerecht zu werden, reicht der Platz an dieser Stelle nicht aus. Landesgolddorf, Bundesgolddorf, Rosendorf, Grimmedorf: der Olsberger Ortsteil trägt viele Namen, und jeden einzelnen zu Recht. Assinghausen liegt direkt am Oberlauf der Ruhr, südlich von Olsberg. Der Hausberg des Ortes ist der Iberg (596m), der sich im Osten erhebt.

Der Reiz des Ortes liegt im Kern in seinen wunderschönen alten Fachwerkhäusern. Die Hauptstraße mit vier Fachwerkhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert ist ein Motiv, das man in vielen Bildbänden über das Sauerland findet. Ein wenig erhöht liegt das älteste Bauernhaus in Assinghausen, genannt Buskers Haus. Seine Errichtung wird auf das Jahr 1688 datiert.

Ebenfalls ein Fachwerkbau ist das Grimmehaus unterhalb der Kirche, das Geburtshaus von Friedrich Wilhelm Grimme. 1827 wurde er hier geboren, 27 Jahre nach dem Bau des Hauses, das unter anderem auch als Schul- und Pfarrhaus diente. Eine Statue des sauerländischen Heimatdichters steht direkt vor dem Haus, in dem sich heute der Grimme-Gedächtnisraum befindet. Die Sammlung umfasst verschiedene Manuskripte und Briefe des Dichters, Drucke seiner Arbeiten und Bilder. Es versteht sich von selbst, dass der Friedrich-Wilhelm-Grimme-Weg, einer der Hauptwanderwege des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV), ebenfalls durch Assinghausen verläuft.

Es gibt ein noch eine zweite Ausstellung, ein Heimatmuseum, das in einem der ältesten Zehntspeicher Westfalens untergebracht ist, dem sogenannten Reisen Speicher. Er stammt aus dem Jahr 1556. Zehntspeicher tragen ihren Namen nach ihrer ursprünglichen Aufgabe, in ihnen wurden die Abgaben der Bauern, der Zehnt, aufbewahrt. Damals zahlte man seine Steuern noch in Naturalien. Auf drei aus massivem Bruchstein gemauerten Geschossen sitzt wie auf der Spitze eines Turms ein Fachwerkhäuschen, ein kurioser Anblick. Zusätzlich ist noch ein alter Keller mit Halbtonnengewölbe vorhanden.

Ein weiterer interessanter Keller findet sich im Unterdorf von Assinghausen. Der mit einem Gitter verschlossene Stollen des Alten Eiskellers ist 15m weit in den Felsen getrieben, in ihm lagerte man das winterliche Eis des Sees, das sich im Eiskeller bis in den Sommer hinein hielt. Nützlich war es zum Kühlen von Bier.

In den Sommermonaten lohnt sich ein Besuch Assinghausens besonders, wenn die Rosen blühen. Das Sauerland, das man sonst eher mit ausgedehnten Wäldern und schroffen Felsen verbindet, zeigt sich hier nämlich von seiner romantischen Seite. Assinghausen hat seit 2007 vom Verein deutscher Rosenfreunde die offizielle Berechtigung, sich Rosendorf im Hochsauerland zu nennen. Warum, das wird bei einem Spaziergang schnell deutlich. Vier ausgeschilderte Spazierwege führen durch den Ort und leiten den Besucher zu rund 150 verschiedenen Rosensorten. Einige davon wachsen im Romantikgarten vor dem Reisen Speicher oder an anderen öffentlichen Plätzen, viele aber auch in den privaten Gärten der Einwohner.

Eine Wanderung hinauf auf den Iberg lohnt sich nicht nur wegen des grandiosen Ausblicks, den Orkan Kyrill 2007 geschaffen hat, sondern auch wegen des Strüker Steins. Das ist ein gewaltiger Felsbrocken, rund 390 Millionen Jahre alt, der oben auf der ansonsten flachen Bergkuppe liegt. Seit 2009 ziert ihn ein Kreuz. Wer aber hoffte, von oben noch weiter schauen zu können, wird enttäuscht werden: Man darf auf das Naturdenkmal nicht hinaufklettern.

Und als wären das noch nicht genügend Gründe, nach Assinghausen zu fahren, gibt es sogar noch eine Lourdes-Grotte. Küsterland wird die Grünanlage genannt, in der sich neben der Grotte und einem Springbrunnen auch der Kreuzweg, der alte Kurpark und die Küsterlandkapelle befinden. Letztere stammt aus dem Jahr 1758, als eine ältere Vorgängerin erneuert wurde. Schon Grimme beschrieb Prozessionen, die zur kleinen Kapelle führten. Entstanden war die Küsterlandkapelle als Fuhrmannskapelle. Hier tränkten die Fuhrleute vor dem Anstieg noch einmal die Pferde und beteten um eine gute Weiterreise.

Wer sich weniger für Rosen als für den Bergbau interessiert, sollte unbedingt noch einen kurzen Abstecher in den Nachbarort Wulmeringhausen machen. Dort ist im Dorfgemeinschaftshaus, einem ehemaligen Bauernhaus, eine umfangreiche Sammlung zu sehen. Neben dem Bergbau sind das dörfliche Leben, altes Handwerk sowie Land- und Forstwirtschaft weitere Themenbereiche des Heimatmuseums Wulmeringhausen, das sich auf fünf Räume verteilt. Sehenswert auch die Sammlung von rund 300 Eisengussbildern.

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