Argenschwang

Im Süden geht der Große Soon in den Gauchswald über, ein rund tausend Hektar großes Waldgebiet, das sich südlich von Argenschwang und Spabrücken erstreckt und am Gauchsberg (437m) seinen höchsten Punkt findet. Argenschwang selbst liegt im Tal des Gräfenbachs, einem Fluss, der an der Ellerspring (658m) entspringt und nach 26km bei Rüdesheim in den Ellerbach mündet.

Wahrzeichen von Argenschwang ist Burg Argenschwang, auch Rosenburg genannt. Die einstige Höhenburg stammt vermutlich aus dem frühen 14. Jahrhundert. Die Burgruine auf einem Bergsporn war von der Natur nach drei Seiten bereits gut durch die Steilhänge geschützt. Östlich war ein Halsgraben angelegt. Der Zugang zur Burg erfolgte über ein Torhaus, das sich bis heute erhalten hat. Von der Kernburg haben sich nur Mauerreste erhalten können. Burg Argenschwang wurde im 18. Jahrhundert zerstört und befindet sich seit 1977 in Privatbesitz, was in diesem Falle auch heißt: nicht öffentlich.

Ebenfalls in privater Hand und hübsch saniert ist die Synagoge in Argenschwang. Dabei handelt es sich um eine Gruppe barocker Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Im Obergeschoss befand sich der Betsaal. Frauen und Männer waren züchtig voneinander durch einen Sichtschutz getrennt damals. Im 18. Jahrhundert hatte die jüdische Gemeinde in Argenschwang das Fachwerkhaus gekauft und zur Synagoge umgebaut. Nordöstlich von Argenschwang liegt die Denkmalzone des Jüdischen Friedhofs mit 65 Grabsteinen aus der Zeit von 1870 bis 1938.

Die ehemalige Synagoge ist der direkte Nachbar der evangelischen Kirche mit ihrem aufgesetztem Glockenturm und den „Zähnchen“, die an der Spitze hinaufklettern. Der kleine Bruchsteinbau wurde 1883 im neugotischen Stil fertiggestellt. In der Brunnenstraße stehen zudem noch andere Fachwerkrelikte aus dem 18. Jahrhundert.

An der Kirche startet der Argenschwanger Rosenburgweg. Die etwa 6km lange Runde ist in beiden Richtungen ausgeschildert. Von der Kirche aus folgt man dem Ritterpfad zum Torhaus der Rosenburg hinauf. Da hat man eine Höhe von 295m erreicht. Die Runde über den Wiesenhof und durch Felder führt einen in die Nähe der Nachbarorte wie Allenfeld oder Spall.

In Spall hat ein Künstlerduo ein Schottenmuseum eingerichtet. Die „Malerkünstler“ Mole & Wolfrhine betreiben da auch einen Pub und ein Schottenradio via Internet. Das Duo vereint zwei Stile in einem Bild und ihre Kunstform, die sehr phantasiereich angelegt ist, segelt unter dem Begriff: Die nächste Generation. Wolfrhine, mit einem schottischen Vater, lebt seine Tradition, schreitet im Kilt über die Höhenzüge des Hunsrücks wie ansonsten wohl über die Highlands.