Aremberg

Wir schreiben das Jahr 1841 und begleiten einen Mann durch die Eifel. Der Schriftsteller ist gebeugt von Liebeskummer. Er geht hinauf durch dichten Wald zum Aremberg (624m), sieht was einst war, nämlich ein Reichtum, Macht, eine Burg aus der ein prächtiges Schloss erwachsen war und nun: alles in Trümmern. „Der Flecken Aremberg aber, der zu den Füßen des Burgkegels am Ende des Parks liegt (...) ist zum elendsten Dorfe herabgesunken...“, schreibt Gottfried Kinkel wehmütig in sein Buch „Die Ahr“. So ergreifend kann Kummer durch eine Landschaft gespiegelt werden, so verdichtet findet sich die Eifel gerade hier in Aremberg, das ein Etappenort des Ahrsteigs ist.

Der Aremberg ist eine Besonderheit. Hier kann man auf den Spuren der Geschichte wandern, offenen Auges sehen, wozu Naturgewalt und Menschenhand fähig sind. Auf dem Aremberg, einem der größten tertiären Vulkane der Eifel und dem höchsten Berg in der Ahr-Eifel, wird sich der Städter wundern, wenn er so gut wie nichts hört, außer dem Pochen seines Herzens, aufgewühlt vom Aufstieg. Es ist still. Schön still. Aus den Trümmern der Burg Aremberg und des daraus hervorgegangenen Barockschlosses wurde 1854 ein Aussichtsturm errichtet, der heute allerdings geschlossen ist.

Aremberg wird auch als einer der verwunschensten Orte beschrieben, die man an der Ahr entdecken kann. Der Aufstieg der einst mächtigen Herzogsresidenz der Herren von Arenberg begann im 12. Jahrhundert. 1166 nutzen sie den Berg zum Bau ihrer Burg. Ihre Gunst zogen sie aus den Erzvorkommen und ihrer Kaisertreue. Von 1549 bis Mitte des 17. Jahrhunderts machten die Damen und Herren Karriere und stiegen zu Herzögen auf. Bis dahin war der Aremberg eine uneinnehmbare Festungslandschaft mit Bastionen, Gräben, Kasematten, selbst einen Exerzierplatz hat es gegeben in der Burg Aremberg, die Hunderten von Soldaten Stützpunkt war.

Bis zum Frieden von Nijmegen griffen die Franzosen unter Ludwig XIV. Burg Aremberg nicht an, erst als der Herzog die Garnison mit dem Frieden aufgab, stießen sie 1682 zu und stürmten die unbewachte Burg. Sie erbeuteten Geschütze und etliches Kriegsgerüst. Den Standort schätzend, wollten die Franzosen Burg Aremberg für 3.000 Mann ausbauen, machten aber einen folgenschweren Fehler bei einer Sprengung, die der Erweiterung des Brunnens dienen sollte. Die Quelle versiegte. Eine Burg ohne Wasserversorgung war nutzlos und so sprengte man vor dem Abzug 1683 noch so viel zu Klump wie möglich.

Aus den Trümmern bauten die Herzöge dann ein prachtvolles Schloss und aus den erhalten gebliebenen Bastionen wurden Terrassengärten. 1794 beschlagnahmten französische Soldaten das Schloss und 1803 wurde es auf Abbruch versteigert. Kein Wunder also, dass es dem an Herzeleid grämenden Dichter 1841 dermaßen anrührte, der Anblick und ebenso die Erzählungen der Aremberger, denen das Ausschlachten des Schlosses genau so weh getan tat. Im Ort erhalten ist das Burgmannenhaus in der Burgstraße. Der barocke Mansardwalmdachbau stammt aus dem Jahr 1749.

Eine weitere Entdeckung im Ort ist die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus auf einer kleinen Anhöhe in Aremberg. Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie gebaut und in ihrem Inneren beherbergt sie eine sehenswerte barocke Ausstattung, die aus dem Augustinerinnenkloster Marienthal bei Walporzheim zusammengetragen wurde, das 1803 aufgelöst worden war.

Zu den barocken Kleinoden aus dem Kloster zählen die Altäre, die Kommunionbank, die Kanzel und der Beichtstuhl sowie die Orgel. Die vergoldeten Stuckreliefs und Gemälde aus der Erbauungszeit der Kirche wurden bei der Renovierung wieder freigelegt. Denkmalgeschützt ist auch das Pfarrhaus in der Kirchstraße, welches um 1800 erbaut wurde. Das Fachwerkhaus ist heute verschiefert und verputzt.

Wer aus der Richtung Antweiler oder Dorsel von Süden nach Aremberg kommt, findet neben der Landstraße vor Aremberg die Schutzengelkapelle. Sie wurde 1669 von der Schutzengelbruderschaft aufgestellt. Der Eingang zur Vorhalle wurde später aus großen Steinblöcken der Burg Aremberg gemauert.