Archäologiepark Martberg

Der Martberg (273m) zwischen Karden und Pommern ist ein Tafelberg, rund 40km flussaufwärts von der Moselmündung in den Rhein. Zusammen mit dem Hüttenberg nebenan, bildet der Martberg ein Plateau, das umgeben ist von den Tälern des Pommerbachs, des Brohlbachs und der Mosel. Zugänglich ist das Plateau von Norden her. Vielleicht ist auch diese Lage mit ein Grund für den Tempelbau.

In vorrömischer Zeit befand sich auf dem Martberg ein Oppidum der Treverer – in Deutsch: eine kleinere Stadt eines keltischen Volksstammes. Die Römer nutzten den Martberg dann als Tempelbezirk zur Verehrung des Gottes Lenus Mars – daher wohl auch der Name Martberg. Lenus Mars war bei eben jenen Treverern beliebt.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts begannen auf dem Martberg systematische Erkundungen, die den Tempelbezirk samt Nebengebäuden nachweisen konnten. Erste Siedlungsspuren lassen sich in die Zeit des Neolithikums (Jungsteinzeit) datieren. Eine Art frühe Blüte erlebte die Besiedlung in der Spätlatènezeit. Im 1. Jahrhundert vor Christus schien das Martbergplateau nahezu komplett belebt durch Höfe. Auch Münzen wurden hier hergestellt und Handel getrieben.

Am höchsten Punkt war die heilige Stätte. Der Ausbau des Tempels von einem mit Opfergegenständen befüllten Graben zu einem gallo-römischen Umgangstempel fand im 3. Jahrhundert n.Chr. statt. Der Tempel war zudem von drei kleineren umgeben. Ein Umgangstempel dieser Bauart kennzeichnet sich durch einen zentralen Raum in der Mitte, mit einer Tür und einem Gang rundherum.

Auf dem Martberg wurde 2004 der Tempelbezirk teilweise wieder aufgebaut und ist heute der Kern des Archäologieparks Martberg. Einige der antiken Funde können auch im Stiftsmuseum in Karden und im Landesmuseum Koblenz in Augenschein genommen werden. Im Bürgerhaus Am Spilles in Pommern informiert eine Dokumentation über die Fundstücke des Heiligtums.

Nicht nur Wanderer erfreuen sich des Panoramablicks vom Martberg aus. Wer den Lenus-Mars-Weg (5km) geht, überwindet die Höhenmeter von Karden an der Mosel bis zum Plateau, bevor er wieder hinunter steigt nach Pommern, wo der Pommerbach in die Mosel mündet.