Adolfseck

Zwischen Born und Lindschied liegt direkt an der Aar das zu Bad Schwalbach gehörende Dorf Adolfseck. Es geht auf die gleichnamige Burg zurück, die die Grafen von Nassau hier im 14. Jahrhundert erbauten. Die Aar war die natürliche Grenze zwischen Nassau und der Grafschaft Katzenelnbogen. Von der Burg ist heute bis auf einige Mauerreste nur die ehemalige Burgkapelle übrig, die nach wie vor von der evangelischen Gemeinde genutzt wird.

Die Burgkapelle wurde wahrscheinlich um 1500 erbaut und ist ein verputzter, spätgotischer Bruchsteinbau mit Haubendachreiter. Sehenswert ist das nassauische Löwenwappen über dem Spitzbogenportal und das zweiteilige Spitzbogenfenster mit Maßwerk aus dem ausgehenden 14. Jahrhundert.

Bevor es zur Gründung von Adolfseck kam, hatten bereits die Römer den hier verlaufenden Limes mit einem Kleinkastell gesichert. Später etwa an selber Stelle wurde wahrscheinlich während des Dreißigjährigen Kriegs eine Verteidigungsschanze errichtet, von der aus wahrscheinlich Burg Adolfseck unter Beschuss genommen wurde. Die Schanze Adolfseck stellt sich als abgerundetes, halbes Rechteck dar und überlagert den hier vormals verlaufenden Limes.

Viel zu sehen ist von der Schanze Adolfseck nicht mehr und das gilt auch für eine weitere Sehendwürdigkeit: den Aar-Wasserfall, seines Zeichens mit 6m Fallhöhe größter Wasserfall im Taunus. Er wurde im Mittelalter zur Energiegewinnung angelegt. Heute ist die Aar hier auf 60m kanalisiert und treibt eine Turbine an, so dass der Wasserfall nur noch zu sehen ist, wenn die Aar Hochwasser führt. Dann aber bietet sich ein schönes Bild.

An der Straße von Adolfseck nach Bad Schwalbach erinnert eine überdachte Sitzbank an einen 1896 tödlich mit dem Rad verunglückten Kurgast. Die Angehörigen des Engländers beauftragten den örtlichen Steinmetz Johann Rademacher mit dem Bau der Sandstein-Bank, die mit verschiedenen Ornamenten ausgeschmückt ist. Die schmucke Bank trägt die Inschrift Alexander’s Rest und wird von vier massiven steinernen Säulen umgeben, die ein einfaches Satteldach tragen.