Aachen-Kornelimünster

Kornelimünster war von 814 bis 1802 Reichsabtei, und was für eine. Gegründet wurde das Kloster von Kaiser Ludwig dem Frommen (dem Nachfolger Karls des Großen) unter dem Namen Erlöserkloster an der Inde und zur Grundausstattung schenkte der Kaiser dem Kloster das Schürztuch, ein Grabtuch und das Schweißtuch Jesu.

Das Grabtuch wurde später geteilt und im Gegenzug erhielt das Erlöserkloster an der Inde eine Schädelreliquie des Papstes Cornelius. Die führte zur Umbenennung des Klosters in Kornelimünster. Die Reliquienschätze führten dazu, dass Kornelimünster Ziel einer besonderen Wallfahrt wurde, der Heiligtumsfahrt Kornelimünster, die im Mittelalter gemeinsam mit der Heiligtumsfahrt nach Aachen so bedeutend wie die Wallfahrten nach Rom, Jerusalem oder Santiago de Compostela war.

1802 wurde das Kloster aufgelöst und wenig später die Klosterkirche als Pfarrkirche St. Kornelius der katholischen Gemeinde übereignet. Die Korneliuskirche ist eine fünfschiffige Basilika und gehört zu den bedeutendsten Bauwerken rheinischer Baukunst. Der erste Bau aus dem 9. Jahrhundert wurde in ottonischer Zeit durch einen größeren Bau ersetzt, der im 13. und 14. Jahrhundert im gotischen Stil umgebaut wurde.

Das barocke fünfflügelige Abteigebäude des ehemaligen Klosters ist seit 1976 Standort der Einrichtung Kunst aus Nordrhein-Westfalen und firmiert seit 2015 als Kunsthaus NRW Kornelimünster. Das Kunsthaus NRW gibt einen Einblick in Gegenwart und Zukunft der Kunstszene in Nordrhein-Westfalen. Aktuelle Entwicklungen der Kunst werden in Wechselausstellungen gezeigt. Junge Künstler werden seit 1948 durch den Ankauf von Werken durch das Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Bevor die alte Klosterkirche zur Pfarrkirche wurde, war die heutige Friedhofskirche St. Stephanus die Kirche im Ort und auch die Mutterpfarre für das ganze Münsterländchen, dem ehemaligen Territorium der Reichsabtei Kornelimünster. Die spätgotische Stufenhalle mit einem älteren Westgebäude steht auf einem Bergrücken oberhalb der ehemaligen Abteikirche St. Kornelius.

300m östlich der St. Stephanus Kirche wurden Reste eines römischen Tempelbezirks ausgegraben. Die Römische Ausgrabungsstätte Varnenum wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts archäologisch erschlossen. Die erhaltenen Fundamente der Tempel und einiger Nebengebäude wurden 1989 restauriert und bis zu einer Höhe von rund einem Meter wieder aufgemauert. Die Anlage ist im Besitz der Stadt Aachen und wird vom Eifelverein Kornelimünster betreut.

Nördlich vom Ortskern von Kornelimünster liegt ein kleines Waldgebiet, das Klauser Wäldchen. Es hat seinen Namen von einer ehemaligen Einsiedelei, der Klause Kornelimünster, die heute als Kapelle Maria im Schnee bekannt ist. Rundherum erstreckt sich das Naturschutzgebiet Klauserwäldchen/Frankenwäldchen als struktur- und artenreicher Waldmeister-Buchenwald. Südlich der Inde liegt das Frankenwäldchen mit seinen totholzreichen Altholzbeständen.

Jeweils von Mittwoch bis Sonntag rund um Frohnleichnam ist Kornelimünster Schauplatz des Historischen Jahrmarkts. 1976 erstmals veranstaltet, organisiert seit 2002 der Zirkus Roncalli das Fest mit über hundert Buden und alten Fahrgeschäften. Viele Gaukler und Kunsthandwerker bieten ein buntes Programm, das auch gastronomisch vielversprechend ist.