Zur Wiege der Ruhrindustrie: Um die St.-Antony-Hütte (Oberhausen/Bottrop)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 30 Min.
Höhenmeter ca. ↑118m  ↓118m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wir wandern zum Geburtsort der Stahlindustrie im Ruhrgebiet mit dem LVR-Industriemuseum St.-Antony-Hütte, dem Museum Eisenheim in Oberhausen und dem Industriearchäologischen Park. 1758 floss in dem Eisenwerk im Oberhausener Stadtteil Klosterhardt erstmals im Ruhrgebiet Roheisen.

Die Wanderung bringt uns auch an der einstigen Zeche Jacobi vorbei, wo heute ein Golfplatz ist, sowie an der noch bis Ende 2018 betriebenen Zeche Franz-Haniel des Bergwerks Prosper-Haniel. Zurück kommen wir durch das Naturschutzgebiet Köllnischer Wald, das zu Bottrop zählt.

Wir wandern rund um den Stadtteil Bottrop-Fuhlenbrock, einer Bezeichnung, die wohl Fauler Bruch bedeutet und auf schlechte Bodenqualität hinweist. Apropos Boden: unter dem wird zum Beispiel auch auf dem Areal des Naturschutzgebiets Köllnischer Wald das Wasser abgepumpt, dass sich in den zahlreichen Bergbauhohlräumen sonst ansammeln würde. Wir starten am Parkplatz an der Lindhorststraße, südlich der Autobahn A 2, nordöstlich von Fuhlenbrock und nordwestlich von Bottrop. Es wird sogleich naturnah, wenn wir durch den Wald und zwischen den Stadtteichen spazieren (Bernhard-Jäger-Weg).

Wir queren den Vorthbach und biegen in den Hierkampweg. Links ist der Stadtgarten von Bottrop mit dem Josef-Albers-Museum (Bauhauskünstler) im sogenannten Quadrat Bottrop, in dem sich ein Ur und Ortsgeschichte-Museum, eine Galerie und ein Skulpturengarten finden. Wer dahin will, muss einen Abstecher machen.

Ab dem Parkfriedhof geht es von rund 50m auf 80m, auf dem Beisenbohmweg um den Parkfriedhof herum, vorbei an der Kleingartenanlage Nappenfeld. Weiter geht es zur Sport- und Spielanlage Jacobi mit dem Golfcenter, wo zu Zeiten der Zeche Jacobi (1913-1974) ganz andere Handicaps eine Rolle spielten.

Klosterhardt durchwandernd kommen wir in die Wiege des stählernen Ruhrgebiets, heute eine museale Parklandschaft am Elpenbach, mit Wiesen, dem Antony-Teich, dem LVR-Industriemuseum St. Antony-Hütte und dem Industriearchäologischen Park. Man schrieb den 18. Oktober 1758 als am Elpenbach ein 9m hoher Hochofen angeblasen wurde. Daneben gehörten auch Gießereien und Formereien zur Hütte.

Das Kontorhaus der St. Antony-Hütte beherbergt das Museum in der Siedlung Eisenheim, der ältestens Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet. Gegenüber unter dem preisgekrönten Dach im Außenbereich ist ein Archäologischer Schwerpunkt gesetzt, unter anderem mit Fundamenten der alten Eisenhütte. Sehr schön ist auch der Gang über den Steg über den Hüttenteich, durch den Wasserräder angetrieben worden waren.

Es geht durchs Grüne mit Wiesen, Friedhofsareal und Wäldchen, unter der A 2 durch zur Schachtanlage Franz Haniel 1/2. Der Betrieb begann 1952 und wir sehen den markanten Förderturm. Die Wanderung führt uns zum Naturschutzgebiet Köllnischer Wald. Altholzbestände, Laubmischwald mit Buchen, Stieleichen, Waldmeister, um nur einige zu nennen, sowie artenreichen Bachbereiche machen den Köllnischen Wald zu einem der schönsten der Region. Wir tangieren den Köllnischen Wald lediglich am Schlehenkamp und kommen, die A 2 erneut hinter uns lassend und über den Mauskirchweg zum Ausgangsort zurück.

Bildnachweis: Von Островский Александр, Киев [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons

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