Wurmlinger Kapellenwegle (Früchtetrauf-Rundwanderung Schwäbische Alb)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 6 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 30 Min.
Höhenmeter ca. ↑200m  ↓200m
Früchtetrauf Wurmlinger Kapellenwegle

Im Rahmen eines schwäbischen Dichterwettstreits zur Wurmlinger Kapelle flossen im frühen 19. Jahrhundert aus des Tübinger Dichters Ludwig Uhlands Hand hübsche Verse: „Droben stehet die Kapelle, schauet still ins Thal hinab, drunten singt bei Wies’ und Quelle froh und hell der Hirtenknab’.“

Für derlei Gedanken bietet der Spaziergang über das Wurmlinger Kapellenwegle Raum, und wer die Runde verlängern mag, erweitert sie um das Hirschauer Spitzwegle mit dem Naturschutzgebiet Hirschauer Berg.

Wurmlingen ist ein Stadtteil von Rottenburg am Neckar und wurde um 1100 erstmalig genannt. Auf noch mehr Jahre kommt die Wurmlinger Kapelle auf dem Kapellenger (475m), zu der wir heute nicht nur hinaufschauen wollen, sondern sie erkunden. Dazu haben wir uns einen Sonntag ausgesucht, weil die Kapelle von Mai bis Oktober und bei schönem Wetter von 10 bis 16 Uhr geöffnet ist.

Start ist am Kapellenparkplatz, östlich des Ortskerns von Wurmlingen. Wir werden durchweg Aussichten über abwechslungsreiche offene Landschaft haben. Es geht zunächst recht flach gen Hirschau. Nach rund 1,6km macht der Weg eine scharfe Kurve und wir wandern dann aufwärts. Wir kommen zum Aussichtspunkt Hohenzollernblick. Die fürstliche und kaiserliche Burg der Hohenzollern erhebt sich auf dem 855m hohen Berg Hohenzollern, rund 30 Fahrkilometer südlich von uns.

Wir schrauben uns aussichtsreich hinauf. Der Ursprung der prominent gelegenen Wurmlinger Kapelle liegt in der Stiftung von Graf Anselm von Calw und war romanisch (um 1050). Die Krypta ist aus der Zeit um 1150. Die heutige barocke Kapelle wurde 1685 St. Remigius geweiht. Man hat einen herrlichen Rundumblick. Der Dichter Uhland hat sich nicht nur mit der Ansicht befasst, sondern mit der Glocke. An die Kapelle grenzt ein Friedhof.

Das Gedicht „Die Kapelle“ betrachtet einen fröhlich singenden Hirtenknaben, was das Totenglöcklein anstößt und uns an Goethe erinnert: „Droben bringt man sie zu Grabe. / Die sich freuten in dem Tal. / Hirtenknabe, Hirtenknabe! / Dir auch singt man dort einmal.“ (letzter Vers). Da uns wohl ist, sich das Tal vor uns ausbreitet und wir ab jetzt locker hinabspazieren, ist unsere Freude sozusagen ungebremst.

Bildnachweis: Von Felix König [GFDL] via Wikimedia Commons

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