Wissen-Schönstein


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Der kleine Elbbach fließt nach seinem erzwungenem Umweg durch den Elber Grund bei Schönstein in die Sieg. Schönstein ist ein Stadtteil von Wissen und ist Standort des gleichnamigen Schlosses Schönstein.

Die Ursprünge von Schloss Schönstein gehen auf das 13. Jahrhundert zurück. 1589 erhielt Hermann von Hatzfeldt-Werther das Schloss für seine Verdienste für das Erzstift Köln. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Schloss Schönstein geplündert und in Brand gesetzt, dann aber von Wilhelm von Hatzfeld wieder aufgebaut.

Die Schlossbauten gliedern sich in drei Teile: die Freiheit, den Burghof und das Hochschloss. Durch den an der Westseite befindlichen Haupteingang, die Poorze, gelangt man in die Freiheit, den Vorhof des Schlosses. Er ist auf drei Seiten von Fachwerkgebäuden umgeben und von mächtigen Bäumen beschattet. Von hier kommt man durch einen aus Basaltlava gefertigten Rundbogen in den Burghof, in dem die Ringmauer das eigentliche Schloss umfasst.

Die Ostmauer des östlichen Verwaltungsgebäudes ist aus Bruchsteinen gefertigt. An den Enden befindet sich je ein Rundturm, der nördliche im 17. Jahrhundert als Chor der Schlosskapelle eingerichtet. Die Türme und die Wehrmauern stammen wahrscheinlich noch aus dem 15. Jahrhundert. Um den 150qm großen Innenhof gruppieren sich die vier Flügel des Schlosses, das mit der großen Höhe der Mauern und der Anordnung der Fenster noch spätgotisch wirkt. Interessant ist die zweigeschossig Holzgalerie am Ostflügel, deren erste Etage 1598, die obere Galerie 1623 gebaut wurde.

Von 1913-20 residierte Fürst Hermann von Hatzfeldt-Wildenburg kurzzeitig in Schloss Schönstein, übergab es dann aber an die Olper Franziskanerinnen. Heute ist Schloss Schönstein der Sitz der Fürstlich-Hatzfeldt-Wildenburgischen Kammer und Wohnsitz der Familie der Grafen von Dönhoff. Daher ist eine Besichtigung der Innenräume nicht möglich, aber ein Gang durch den kleinen, aber feinen Schlosspark ist erlaubt.

Am alten Verbindungsweg zwischen Schönstein und Wissen erhebt sich aus einer mächtigen Baumgruppe die Heisterkapelle, die Patronatskapelle der Schützenbruderschaft St. Sebastianus 1402. Diese Bruderschaft wurde gegründet, um Pestkranke und Wallfahrer zu betreuen und dürfte der älteste noch existierende Verein im Westerwald sein.

Die heutige Heisterkapelle wurde 1714 mit Unterstützung von Graf Hermann von Hatzfeldt errichtet, der 1723 auch die Holzstatue des heiligen Johannes Nepomuk stiftete. Die Heisterkapelle gehört zu den wenigen erhaltenen Fachwerkkapellen in Rheinland-Pfalz.

In Schönstein hat sich ebenso wie in der Stadt Wissen ein alter Brauch erhalten: Zum Johannistag am 24. Juni bringen traditionsbewusste Bürger an ihren Türen ein Johanniskreuz an, ein mit Blumen umranktes Holzkreuz. Diese Johanniskreuze sollen Glück bringen – und sehen natürlich auch hübsch aus.


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