Wiedenest

Bevor die Dörspe in Bergneustadt in die Agger mündet, durchfließt sie den Ortsteil Wiedenest und nimmt hier die Wasser des Sülemicker Baches auf. Wiedenest wurde 1154 erstmals urkundlich erwähnt, in Zusammenhang mit der Kreuzkirche Wiedenest, die dem Erzbistum Köln unterstand. Die Kreuzkirche Wiedenest errichtete man wahrscheinlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts als Filialkirche von Gummersbach. Ihre Widmung und ihr Name hängen mit einer Überlieferung zusammen, nach der ein Kreuzfahrer bei seiner Rückkehr aus Palästina einen Splitter vom Kreuz Christi in diese Kirche brachte.

Bei umfassenden Renovierungsmaßnahmen im 20. Jahrhundert wurden die mittelalterlichen Wandmalereien aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wiederentdeckt. Man hatte sie im Zuge der Reformation übertüncht. Die Wandmalereien sind nur zum Teil erhalten, gelten aber dennoch als einer der umfangreichsten Bestände spätgotischer Kirchenmalerei im Rheinland. Die tausendjährige Kreuzkirche Wiedenest zählt zu den sogenannten Bunten Kerken im Bergischen Land.

Die Kreuzkirche Wiedenest liegt vermutlich an einem alten heidnischen Kultplatz. In ihrer Nähe entspringt die heilige Quelle, die heilkräftig sein soll und über Jahrhunderte hinweg noch nie versiegt ist. Eine Chronik aus der Mitte des 18. Jahrhunderts berichtet von wundersamen Heilungen. Noch heute nutzen die Bewohner der Region das Wasser der heiligen Quelle.

Obwohl nur ein kleines Örtchen im malerischen Dörspetal ist Wiedenest einzelnen Menschen aus allen Herren Länder ein Begriff. Das liegt daran, dass seit 1919 das Forum Wiedenest – damals noch als Allianz-Bibelschule – Missionare ausbildet, die früher vor allem in Russland, heute stärker in Tansania und Pakistan ihren Dienst versehen.