Weinheim (Bergstraße): Rundwanderung mit 2 Burgen und 1 Schloss


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Länge: 6.27km
Gehzeit: 01:49h
Anspruch: mittel
Wegzustand: gut
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Höhenprofil und Infos

Die Zwei-Burgen-Stadt Weinheim an der Bergstraße bezaubert mit Historie und Odenwald-Natur. Neben den zwei Burgen: der neueren Wachenburg am Wachenberg (400m) und der „steinalten“, der Ruine Windeck auf dem Schlossberg, lädt auf dieser Runde das Schloss mit Schlosspark zum Verweilen ein. Wir genehmigen uns auf der Wanderung die ganze Packung: Geschichte, Gemäuer, Gestein, Genuss: hier begönne Italien, wird ein Kaiser aus dem 17. Jahrhundert zitiert.

Am Bahnhof Weinheim fangen wir an und es zieht uns gleich zur Altstadt. 755 war die erste urkundliche Nennung von Weinheim. 1000 verlieh Kaiser Otto III. das Marktrecht und die Burg Windeck wurde anschließend zur Sicherung der Güter des Klosters Lorsch errichtet. Von der Hautstraße biegen wir derweil nach rechts in die Grabengasse. Rechterhand ist der sehenswerte Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof, der für später einlädt, denn wir gehen jetzt erstmal einen Teil vom Schlosspark anschauen. In dem ist übrigens die älteste und größte Zeder Deutschlands zu finden, die 300 Jahre in den Ringen hat. 

Das Weinheimer Schloss der Fürsten der Kurpfalz beherbergt heute die Verwaltung von Weinheim. Verschiedenen Epochen, ab dem 16. Jahrhundert, verbinden sich zu einem recht interessanten Ensemble. Der südliche Teil zeigt sich klassizistisch (1780), Turm und Zwischenbau entstanden 1868 im Stil der Neugotik. Es gab illustre Bewohner und Gäste im Schloss, wie Lady Jane Digby, mehrfach verheiratet und noch öfter verliebt, 1835 Gattin des Baron von Venningen, der mit ihr im Schloss lebte. Der französische Schriftsteller Honoré de Balzac besuchte Weinheim oder wohl eher die flatterhafte Lady.

Wir gehen über den Marktplatz zur katholischen St. Laurentius (1914 geweiht) mit monumentaler Frontansicht im Rundbogenstil und schlendern durch eine Nebengasse des Marktplatzes, den wir natürlich auch erkunden können. Das Alte Rathaus stammt aus dem Jahr 1557. Sehenswert desweiteren sind der Marktbrunnen und die Löwenapotheke aus dem 17. Jahrhundert, wenn man was rauspicken will. Jeden Samstagvormittag findet auf dem Marktplatz ein Bauernmarkt statt. Zur Altstadt zählen selbstverständlich auch die Reste der einstigen Stadtmauern mit Obertor, Blauer Hut und Roten Turm sowie dem Hexenturm.

Unterdessen übersehen wir fast die evangelische Stadtkirche (1736), die in der Hauszeile der Hauptstraße eingebaut ist. Es erwartet der Höllenstaffel und wir gelangen in die Gerbergasse – ebenfalls ein recht schmuckes Viertel. Der Burgpfad bringt uns zur Burgruine Windeck, deren Vorgängerin um 1100 auf dem Schlossberg (220m) errichtet wurde. Was sich von der Ruine, vornehmlich aus dem 14. Jahrhundert erhalten hat, lädt zur Rast und zum Ausguck ein, mit dem Rest des Bergfrieds. Der 28m Turm kann über insgesamt 111 Stufen erklommen werden. Man sieht die Wachenburg, die Stadt Weinheim, die Bergstraße und auf das Rheintal. Bei guter Sicht schaut man bis zum Pfälzer Wald.

Dann wandern wir zur Wachenburg auf dem Wachenberg, als zweiten Teil des Wahrzeichens der 2-Burgen-Stadt. Sie ist quasi das Burgenküken, denn sie entstand erst zwischen 1907 und 1928. Erbauer war ein studentischer Corps, dem die Burg nach wie vor gehört. Viel geknipst ist sicher das Wappentor, mit in Stein gemeißelten Farbwappen und Zirkel des Corps des Weinheimer Senioren Convents, auch ein Stück Geschichte.

Unterhalb der Höhenburg ist das weitläufige Areal eines Porphyrwerkes, wo rund 100 Jahre Gestein abgebaut und das zum Natura-2000-Gebiet ernannt wurde. Wir wandern am Odenwaldstein vorbei, treffen auf die Wachenbergstraße, biegen in den Dietersklingenweg und queren den Alten Friedhof Weinheim. 

Kaum zu übersehen ist die evangelische Peterskirche, ein großes, 1910-1912 im Jugendstil gebautes Gotteshaus mit 48m hohem Turm und einem Fassungsvermögen von 1.300 Besuchern. Anschließend genießen wir noch ein Stück Weschnitz und kommen zum Bahnhof zurück.

Bildnachweis: Von Muck [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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