Schlosspark Weinheim und der Exotenwald


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 2 Min.
Höhenmeter ca. ↑383m  ↓383m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Weinheim wird auch die 2-Burgen-Stadt genannt. Dafür Pate stehen die Wachenburg am Wachenberg und die Ruine Windeck auf dem Schlossberg. Beide sind östlich, außerhalb unserer schmalen Runde, die uns innerhalb Weinheims die Sehenswürdigkeiten entdecken lässt: Gässchen, Marktplatz, kurpfälzisches Schloss, Schlosspark mit 300 Jahre alter Libanon-Zeder, waldig wird es im Exotenwald und rund um den Goldkopf und Geierskopf, anderweitiges Grün liefern der üppige Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof beispielsweise.

Im sonnenverwöhnten Weinheim an der Bergstraße soll im 17. Jahrhundert ein Kaiser gesagt haben: Hier beginnt Italien. Wir erkunden die bezaubernde Altstadt von Weinheim mit seinen zahlreichen Baudenkmälern, die sich an die Gassen drängen, in deren Fußgängerbereichen es sich mediterran draußen sitzen lässt. Besonders betriebsam ist es am Marktplatz am Samstagmorgen mit dem Bauernmarkt.

Wir sind am Bahnhof in Weinheim gestartet und es zog uns direkt ins Altstadtherz, vorbei am Haganderpark und dem Bürgerpark, Richtung Weinheim Galerie und dann ins Gässchen mit den Ladenzeilen, über den Windeckplatz zum Marktplatz hin. 755 war die erste urkundliche Nennung von Weinheim. 1000 verlieh Kaiser Otto III. Weinheim das Marktrecht und die Burg Windeck wurde im Anschluss errichtet.

Das Alte Rathaus stammt aus dem Jahr 1557. Marktbrunnen und Löwenapotheke sind aus dem 17. Jahrhundert und auch besonders sehenswert. Es finden sich in der Altstadt auch Reste der einstigen Stadtmauern mit Obertor, Blauer Hut und Roten Turm sowie dem Hexenturm. Das heutige Rathaus ist im Weinheimer Schloss (1537), das Stadtmuseum ist im Amtshaus des Deutschen Ordens (1710).

Die evangelische Stadtkirche (1736) ist in der Hauszeile der Hauptstraße eingebaut. Wir gehen über den Marktplatz zur katholischen St. Laurentius Kirche mit monumental wirkender Frontansicht im Rundbogenstil (1914 geweiht). Die Mittelgasse bringt uns in den Heilkräutergarten des Schlossgartens, nahe dem Blauen Hut und dem Schlossweiher. Einen zweiten Eindruck vom lebhaften Weinheimer Schlosspark mit seinem alten Baumbestand, wie der größten Zeder Deutschlands, mit rund 300 Jahren im Geäst, können wir uns auch auf dem Rückweg verschaffen.

Nun wandern wir in den recht einzigartigen Exotenwald, am südöstlichen Stadtrand von Weinheim. 1872 wurde das Arboretum gegründet und ist mit 60ha eines der größeren in Europa. Hier stehen die exotischen Baumarten gleich in ganzen Waldstücken, statt wie andernorts singulär oder in Kleingruppen. Von einst gepflanzten rund 150 Baum- und Straucharten haben 50 die Zeit überdauert und wurden ab ca. 1930 mit weiteren Pflanzungen angereichert. Besonders beeindrucken die alten Mammutbäume. Im Areal ist auch ein Kneipp-Tretbecken.

Wir wandern um den 324m hohen Goldkopf und gelangen nach rund 7,5km zur Schutzhütte Gaierskopf (auch Geiersberg bezeichnet) mit Ausblick auf den Pfälzerwald und die Vogesen, den Taunus und den Hunsrück. Der Geiersberg ist der Hausberg von Lützelsachsen, das südlich an Weinheim andockt. Mit Wald geht’s zurück nach Weinheim und dessen einladenden Schlosspark.

Das Weinheimer Schloss der Fürsten der Kurpfalz beherbergt heute die Verwaltung von Weinheim. Es ist eine interessante Augenweide aus verschiedenen Epochen. Ab dem 16. Jahrhundert entstand es, der südliche Teil zeigt sich klassizistisch (1780), der Turm und der Zwischenbau entstanden 1868 im Stil der Neugotik. Es gab illustre Bewohner und Gäste im Schloss.

Unsere Wanderung führt am Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof vorüber, wir könnten aber auch hindurchschlendern und erlebten je nach Jahreszeit üppigste Blütenpracht. Der Park besteht seit über 200 Jahren und ist mit der Weinheimer Industriellenfamilie Freudenberg verbunden. Durch den Stadtgarten gelangen wir zum Rundenende und von dort zum Bahnhof.

Bildnachweis: Von RudolfSimon [CC BY 3.0] via Wikimedia Commons

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