Wallendorf (Eifel)

In Wallendorf münder die Our 96km hinter ihrer Quelle in die Sauer und markiert den Einstieg ins Felsenland Südeifel, ein Eldorado für Wanderer. Wer sich einen ersten Überblick von Wallendorf verschaffen will, der steigt hinauf auf den Kasselt, ein rund 41ha großes Hochplateau südlich des Dorfkern.

Auf dem Kasselt bestand zu Zeiten der Römer eine germanische Stadt. Heute steht auf dem Kasselt ein hölzerner Aussichtsturm – Römerturm genannt. Vom Römerturm bietet sich ein schöner Blick über Wallendorf und die Täler von Sauer und Our.

Nicht immer war es in Wallendorf so beschaulich wie heute, denn Wallendorf wurde im Zweiten Weltkrieg gleich dreimal Kampfschauplatz, wobei einige der alten Gebäude zerstört wurde und Menschen starben. 300 Solden liegen auf dem örtlichen Friedhof begraben. An die schlimmen Zeiten erinnert ein Westwall-Bunker, der frei begehbar ist.

Damit die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul wieder aufgebaut werden konnte, wurden Genoveva-Festspiele veranstaltet, woran der Genoveva-Brunnen erinnert. Die Kirche St. Peter und Paul ist ein Saalbau im Landkirchenstil von 1748 und konnte durch die Einnahmen 1952 wieder hergerichtet werden, ebenso die Kapelle. Ein weiterer Brunnen in Wallendorf ist der Fischerbrunnen.

Wer von Wallendorf Richtung Bollendorf wandert, stößt mitten im Wald auf den Maria-Theresien-Stein. Der Felsbrocken wurde Ende des 18. Jahrhunderts von Marie Theresia, Kaiserin von Österreich und Herzogin von Luxemburg, als Grenzstein gesetzt. Die Ostseite des Steins zeigt, nach Bollendorf und der damaligen Abtei Echternach zu. Die Grafen von Vianden haben ihr Wappen an der Westseite des Steins einmeißeln lassen. In westlicher Richtung verlief die Grenze durch ein eingeschnittenes Tal, das im Dialekt Moarkendell genannt wird: Grenzsteintal.