Wachenheim (Pfrimm)

Wachenheim liegt an der Pfrimm, doch die Talregion heißt hier Zellertal. Die Pfrimm durchzieht das Zellertal, entspringt in der Nordpfalz im Naturpark Pfälzer Wald und mündet nach 43km in Worms in den Rhein. Im Zellertal stoßen die beiden bekannten Weinbauregionen Rheinhessen und Pfalz aneinander.

In dem malerischen Örtchen Wachenheim mit seinen 700 Einwohnern steht der größte und älteste erhaltene Wohnturm aus dem 14./15. Jahrhundert in Rheinhessen. Der Turm gehört zur Burg Wachenheim, auch Oberburg genannt, später Schlossgut Lüll, das es heute noch ist. Burg Wachenheim wurde ab dem 14. Jahrhundert errichtet. Immer noch ein stattliches Bild gibt der Wohnturm ab, der sieben Stockwerke hat und oben von einem Walmdach abgeschlossen ist. Seit 1925 ist das Schlossgut in den Händen der Familie Lüll, die dort heute ein Weingut unterhält und die Räumlichkeiten sowie den Park für Veranstaltungen Gästen anbietet. Zudem wohnt die Familie dort.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in der Hauptstraße von Wachenheim ist die evangelische Kirche aus der Zeit um 1325. Sie ist die einstige Simultankirche St. Remigius und hat einen gotischen Chor sowie einen spätgotischen Turm, der gegen Ende ses15. Jahrhunderts errichtet wurde. Der Marienaltar wurde 1489 gestiftet. Das Rathaus in dem kleinen Ort ist klassizistisch und aus der Zeit um 1850.

Heimatkundliches erfährt man in der Hauptstraße im Museum Alte Dorfschmiede, die um 1750 gebaut wurde. Der Schmied beschlug Pferde und reparierte Gerätschaften für Land- und Weinbau. Der letzte Schmied ließ 1959 die Esse erkalten. Die Gemeinde erwarb Haus nebst Inventar, das sich stilvoll erweitern ließ, um als kleines Museum die Geschichte wach zu halten.

Auffällig in der Bebauung von Wachenheim ist an der Harxheimer Straße das Alte Zollhaus. Der Steinbau mit den diagonal gestreiften Schlagläden stammt aus dem Jahr 1857 als noch Chaussee-Geld und ein Zoll für Salz und Branntwein erhoben wurde. Hier verlief die Grenze zwischen Hessen und Bayern. In Bayern kostete das Salz ein Drittel mehr als in Hessen, womit sich Schmuggel lohnte. Heute ist hier Gastronomie.

Nördlich an Wachenheim, wo auch die Pfrimm fließt, grenzt als weiterer Weinort Mölsheim, das auch ein Rathaus in der Denkmalliste hat. Den Klinkerbau aus dem Jahr 1899 erkennt man auch an dem Dachreiter. In der Hauptstraße finden sich noch weitere Bauten aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, beispielsweise eine einstige Schule und eine ehemalige Ölmühle sowie ein Weingut mit Türmchen und Erkern.

In der Straße Kalkofen 1 steht eines der ältesten Bauernhäuser im Landkreis. Die Hofanlage ist auf 1561 datiert. Unter der Scheune ist ein ebenso alter Keller. Heute ist hier das Weingut Ross. Etwas noch älteres und einmaliges ist nun nicht mehr in Mölsheim, sondern nach dem Fund 1930 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Die Mölsheimer Goldfibel ist eine Filigranscheibenfibel. Die Gewandspange stammt aus der Zeit der Merowinger und dem 7. Jahrhundert.