Wülfrath-Düssel

Düssel liegt im Südosten von Wülfrath an der Grenze zu Wuppertal. In Düssel mündet der Holzer Bach in die Düssel. Das Flüsschen Düssel hat seine Quelle bei Wülfrath-Blomrath an der Stadtgrenze zu Velbert-Neviges. Nach rund 40km mündet sie in Düsseldorf in den Rhein. Die Düssel ist Namensgeberin der Stadt Düsseldorf und dem Stadtteil Düsseltal sowie dem hier beschriebenen Wülfrather Stadtteil Düssel und dem Haus Düssel, das mal eine Wasserburg war. Düssel hat einen hübschen historischen Ortskern, der neben der Innenstadt Wülfrath zur Denkmalzone erklärt wurde.

Die Wasserburg Düssel wurde erstmalig 1182 erwähnt, etwas über 100 Jahre nach der ersten Nennung des Ortes. Die Wasserburg, auch genannt Haus Düssel, ist ein ehemaliger Rittersitz. Das Bauensemble aus verputztem Bruchstein steht in der Dorfstraße 7 und man sieht noch Teile des Burggrabens. Auch Teile der Vorburg sind erhalten. Durch ein langgestrecktes Torhaus kommt man in einen kleinen Innenhof. Die Vorburg besteht aus den Stallungen und einem Verwalterhaus, das im ausgehenden 18. Jahrhundert neu aufgebaut wurde. Das einstige Wasserschloss wird gastronomisch betrieben.

Nicht nur an der Wasserburg kann man sich niederlassen, sondern auch in einem der umgebenden alten Fachwerkhäuser im historischen Kern von Düssel. Dazu zählen auch die beiden Kirchen, die katholische Pfarrkirche St. Maximin (weiß) und die 1876 als einfacher Saalbau im Rundbogenstil entstandene evangelische Kirche aus Bruchstein, zu der man durch den Dorfkern leicht bergauf geht. Zu gehen ist sowieso die Empfehlung für den alten Kern. Da kann es schon mal recht eng werden – insbesondere an einem sommerlichen Tag, wenn sich sehr viele Städter entscheiden, einen Ausflug dorthin zu machen.

In unmittelbarer Umgebung zum Haus Düssel und in der Dorfstraße steht die katholische Pfarrkirche St. Maximin, deren Gebäude aus dem frühen 12. Jahrhundert stammt. Die romanische Pfeilerbasilika zählt zu den ältesten erhaltenen Bauten im Bergischen Land. Sie wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erweitert, wobei das Langhaus länger und durch ein Querschiff ergänzt wurde. Der baufällige Turm wurde kurz später neu errichtet. Aus einem vormaligen Mittelschiff wurde ein Querschiff mit Chorquadrat. Das Mittelschiff mit den Seitenschiffen zeigt sich weiß verputzt, Teile des Turms auch, sind aber unten und an den Seitenlängen grau abgesetzt.

12 Baudenkmäler inklusive der Kirchen, sind in der Dorfstraße von Düssel vermerkt. Eines davon ist auch das Pfarrhaus der katholischen Gemeinde. Das hat sogar ein bisschen Platz drumherum. Das Gebäude ist zweigeschossig und hat ein Mittelrisalit mit einer Figur. Oben zeigt es sich mit einem Rundbogenfries fast ein wenig burgenhaft. In der Nähe steht die ehemalige Schule aus Fachwerk. Das große Haus mit zwei Eingängen hat zwei Etagen und eine mittige hohe Gaube. Die grünen Schlagläden sind typisch bergisch. Auch die anderen Fachwerkhäuser in der Dorfstraße zeigen sich in dem schmucken Stil.

Südlich von Düssel liegt der Wülfrather Ortsteil Tillmannsdorf, der bekannt ist wegen des Tillmannsdorfer Sattels. Das ist ein rund 300 Mio. Jahre alter geologischer Aufschluss zu einer Zeit als sich Erdplatten verschoben haben. Es bildete sich eine Falte. Oft hat die Zeit sie wieder platt gebügelt, doch diese nicht. Sie türmt sich als sogenannte Falte dritter Ordnung etwa 4m hoch über dem restlichen Niveau – wie ein liegengebliebener Sattel.