Velbert-Neviges

Neviges ist seit 1974 ein Stadtteil von Velbert im Niederbergischen Land. Überregional bekannt ist Neviges vor allem durch den mächtigen Wallfahrtsdom (eine der größten Kirchen Deutschlands und das wichtigste Werk des deutschen Stararchitekten Gottfried Böhm) und Schloss Hardenberg. Beide Sehenswürdigkeiten liegen etwas außerhalb des historischen Stadtkerns.

Das alte Zentrum von Neviges gruppiert sich rund um die evangelische Stadtkirche. Der Kirchplatz mit Kopfsteinpflaster ist umringt von denkmalgeschützten Fachwerkhäusern aus dem 18. Jahrhundert, die zum Teil mit Schiefer versehen sind. Die Wohnhäuser mit Namen wie „In der Turteltaube“ sind zwei bis dreigeschossig und bilden ein historisches Ensemble.

Die evangelische Stadtkirche zeigt sich als reformierter Kirchbau mit einem Saal, in dem eine Rokokokanzel mit einem geschnitzten Schalldeckel die Aufmerksamkeit der Gemeinde auf sich lenkt. Bereits 1220 wurde in Neviges eine Kirche genannt. Die Reformation war 1571. Die Kirche hat noch Bauteile eines gotischen Chors. Wesentliche bauliche Veränderungen waren im 18. Jahrhundert, aus der auch die Kanzel stammt.

An der Wilhelmstraße 10 steht an der Ecke das Alte Rathaus von Neviges. Der zweigeschossige Backsteinbau auf einem Sandsteinsockel wurde 1887 fertig. Man sieht historisierende Stile insbesondere am Portal mit dem kleinen Balkon darüber. Der Erweiterungsbau kam 1901 hinzu und erstreckt sich an der Schaesbergstraße. Als weitere repräsentative Bauten an der Wilhelmstraße entstanden die Post, Sparkasse und Schule. Man sieht in der Umgebung auch einige Jugendstilfassaden aus der Gründerzeit.

An der Elberfelder Straße stehen einige Wohn- und Geschäftshäuser unter Denkmalschutz, darunter die Alte Apotheke in Neviges. Das ist eine erhöht stehende zweieinhalbgeschossige Villa, die 1885 von einem Nevigeser Apotheker im historisierenden Stil gebaut wurde, mit einigen schönen schmucken Details, wie den Pilastern, Dreiecksgiebeln und Kranzgesims.

Eine weitere Villa erhebt sich in der Lukasstraße 1. Die Villa Petershall ließ sich ein Textilfabrikant 1877 bauen. Seine Fabrik war gleich gegenüber. Östlich dehnte sich der private Park des Fabrikanten aus. Die Villa mit Kutscherhaus entstand im Schweizer Landhausstil. Man sieht Backstein, Ziegel, Fachwerk und Schwebegiebel. Nahe dem Kreisverkehr und der Straße Waldschlösschen ist ein Teich mit einem Parkareal. In der Nähe ist das Panoramabad.

In der Elberfelder Straße unterhält die katholische Kirchengemeinde Maria, Königin des Friedens die Klosteranlage der Franziskaner, die auch sehenswert ist. Die St. Maria Empfängnis Kirche wurde 1728 geweiht und ging aus einer Vorgängerkirche hervor, die zu klein geworden war. Sie war bis zur Fertigstellung des Wallfahrtsdoms Kloster-, Pfarr- und Wallfahrtskirche. Die Nordfassade zeigt sich mit einem geschweiften Volutengiebel im Stil des Barock. Ebenfalls im barocken Stil ist der Dachreiter mit der offenen Glockenstube.

Der Name Neviges ist eine Ableitung von Navigisa und das war eine Bezeichnung des Hardenberger Bachs. Und der wiederum wurde nach den Herren von Hardenberg benannt, durch deren Gebiet er floss. Die Herrschaft gab es vom Spätmittelalter an und wurde 1808 aufgelöst. Der Hardenberger Bach misst rund 13km, entspringt bei Wuppertal-Dönberg und mündet bei Langenberg in den Deilbach.