Schloss Hardenberg (Velbert)

Ein besonderes Zeugnis der Geschichte steht mit dem Schloss Hardenberg im Velberter Stadtteil Neviges. Schloss Hardenberg rühmt sich, das älteste kulturell genutzte Baudenkmal im Kreis Mettmann zu sein. Nach etlichen Unruhen wurde die Anlage 1939 von Velbert erworben.

Eigentum verpflichtet und so ist es nicht verwunderlich, dass es bei Schloss Hardenberg immer etwas zu tun gibt. Daher kann es sein, dass Teile der Anlage, wie die Kasematten als besondere Sehenswürdigkeit, eben nicht zu sehen sind. Es ist da beinahe wie beim Kölner Dom, irgendwo ist immer was eingerüstet. Die Vorburg steht nicht nur für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung, man kann für eigene Feierlichkeiten Räume und Catering buchen.

Die Geschichte von Schloss Hardenberg geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Die Herren von Hardenberg waren Auftraggeber für einen als Verteidigungsanlage gebauten Wohnsitz, der als Wasserburg entstand. Man kleckerte nicht. Es entstand ein zweiflügeliger Palas, ein Hauptturm, vier massig wirkende Rundtürme, alles umgab eine hohe Schildmauer, ein Torturm war ebenfalls da mit einer Zugbrücke. Die Wassergräben wurden vom Hardenberger Bach gespeist. Ein Schlossteich und eine Mühle waren auch Teile des Ensembles.

Mit den wechselnden Besitzverhältnissen und den Zeichen der Zeit wurde die Burg mehr und mehr zum Schloss Hardenberg erweitert. Im 17. Jahrhundert wurden die Kasematten als unterirdische Verbindungsgänge zu den Türmen gegraben. 1785 brannte es und größere Teile des Hauptgebäudes wurden zerstört. Der Wiederaufbau brachte Veränderungen im Stil des Barock mit sich. Man sieht die Umbauten zum Beispiel an den unterschiedlichen Geschosshöhen. Ein Jahrhundert später wurde der Torturm abgetragen ebenso große Teile der Schildmauer. Die Steine wurden im Wassergraben versenkt, der damit verfüllt wurde.

Man sieht heute das museale Hauptschloss, das saniert wird, mit den vier Rundtürmen auf der einen Seite und gegenüber liegt die Vorburg, die bespielt werden kann. Beide Baugruppen sind von einem parkartigen Gelände umgeben. Das Hauptschloss ist ein viereckiger Bau mit zwei Geschossen, die auf der linken Seite wirken wie drei, das liegt an den unterschiedlichen Fensterhöhen, die die Bauphasen nach außen verdeutlichen.

In Form eines Hufeisens umgeben die Bauten der Vorburg, einst Stallungen und Wirtschaftsgebäude, einen Innenhof. Im bereits sanierten Westflügel finden die Veranstaltungen einen Rahmen, die eine Studiobühne brauchen und für die man zuvor wahrscheinlich das Hauptschloss genutzt hätte. Der Kultur- und Veranstaltungsbetrieb Velbert bietet Abwechslung mit Kleinkunst, Theater, Kabarett, auch Kinder- und Jugendtheater findet hier seinen Platz.

Das Schloss Hardenberg liegt unverbaut in einer Naturlandschaft, an der Bernsaustraße zwischen Neviges und dem nördlich gelegenen Golfclub Velbert – Gut Kuhlendahl. Der Golfclub erfreut sich einer herrlichen Lage mit abwechslungsreichem Gelände. Das Gut Kuhlendahl lässt es sprießen. Nämlich Spargel und hat eigens dazu zur Saison ein Restaurant geöffnet. Schneller und frischer kommen die Stangen nicht aus dem dunklen Erdreich unter helle Soße.

Seit 1864 ist gleich nahe dem Golfplatz eine weitere gastronomische Besonderheit, die 2014 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Im Haus Stemberg führt der im gleichen Jahr als „Aufsteiger des Jahres“ gelobte Sascha Stemberg in der fünften Generation das Traditionshaus, das zu den besten Restaurants im Bergischen Land zählt.

Etwa 800m vom Schloss Hardenberg in südwestlicher Richtung gesehen, stand die Burg Hardenberg als Höhenburg auf einem rund 247m hohen Bergsporn bei Neviges. Davon sieht man allerdings nichts mehr, außer Hügel und Wall. Es heißt, dass die Burg zu Beginn des 13. Jahrhunderts bereits Geschichte war, da sie durch einen Brand vernichtet wurde.

In Neviges wurde der Historische Weg Neviges angelegt. Er führt von der Alten Apotheke in der Stadt zum Nevigeser Wallfahrtsdom und zum Schloss Hardenberg. Unterwegs erfährt der Geschichtsinteressierte auf neun Tafeln mehr zu den Bauwerken und der Historie.

Regionaler Bezug:

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