Wächtersbach

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Wächtersbach ist eine Kleinstadt, die an der Einmündung der Bracht in die Kinzig liegt. Damit markiert Wächtersbach zugleich den südöstlichsten Teil der Wanderregion Wetterau, die durch die Bracht als natürliche Grenze hier vom Vogelsberg getrennt wird.

Zentraler Blickfang in Wächtersbach ist Schloss Wächtersbach. Kaiser Friedrich I. Barbarossa hat die Jagd- und Sicherungsanlage gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbauen lassen. Das Gesamtensemble besteht aus mehreren Gebäuden. Das Hauptgebäude hat runde Ecktürme mit Welscher Haube, vier Flügel und drei Geschosse. In der Vergangenheit hat es einigen Schaden gelitten durch Bewuchs, Verwitterung und eindringendes Wasser. Seit Ende 2012 hat das Schloss einen neuen Besitzer, der es sanieren will, so dass Wächtersbach dort seinen Verwaltungssitz einrichten kann.

Neben dem burgähnlichen Hauptgebäude gibt es den sogenannten Prinzessinnenbau. Ein reich verziertes Fachwerkhaus – unter dem Bewuchs, der bis zur Dachrinne reicht. Auf dem Schlosshof gegenüber dem Marktplatz steht ein weiterer prächtiger Bau, die Rentkammer. Graf Ferdinand Maximilian II. ließ sie 1735 errichten, als das Schloss zur Residenz wuchs. Im Gartensaal der Rentkammer sind Wandgemälde, die 1935 anlässlich einer fürstlichen Eheschließung entstanden sind.

Gegenüber der Rentkammer ist der 1718 erbaute Marstall und zwischen beiden befand sich seit 1578 die Fürstliche Brauerei Schloss Wächtersbach, heute jedoch trocken gelegt. Im Schlosspark sind Reste einer Gartenterrasse zu finden (Kellerräume).

Eine Besonderheit und ein Anziehungspunkt für Wächtersbacher und Wanderer ist der zu Beginn des 19. Jahrhunderts im englischen Stil angelegte Schlosspark. Mehrere Dutzend teilweise seltene Bäume und Sträucher sind hier angesiedelt worden, da die Ysenburger als Waldwirte testen wollten, was in der Wetterau so anwächst. Im Park steht ein über 150 Jahre alter Ginkgo. Ein privater Verein hat im Schlossgarten einen Baumlehrpfad angelegt und so lässt es sich chillen zwischen großem und kleinem Weiher oder auch Blätter sammeln, pressen und beschriften - als Biologiehausaufgabe.

Konrad von Trimberg errichtete 1354 die Marienkapelle, heute evangelische Kirche, mit dem wehrhaften Turm, den die Kapelle 1514 erhielt. Die damals einschiffige gotische Kapelle mit dreiseitigem Chorschluss wurde aufgestockt und vergrößert. Sie erhielt 1702 Seitenflügel, die eigentlich mehr wie ein Haus aussehen, unten Stein und oben Fachwerk. Die bisher offenen Zinnen wurden überdacht. Im Inneren ist die Kirche ebenfalls sehr interessant. Sie hat zwei Emporen, eine Fürstenloge und ist lichtdurchstrahlt.

Gepflegte Fachwerkansichten erhält der Wanderer, der auf den Gassen in Richtung Marktplatz unterwegs ist. Ein besonderes Schmuckstück ist das historische Rathaus aus der gotischen Zeit mit Baudatum 1495. Wie seinerzeit nicht unüblich, war unten eine offene Markthalle. Heute ist hier das Wächtersbacher Heimatmuseum.

Erweitert wurde die Ausstellung um die Wächtersbacher Keramik im Haus gegenüber. Keramik-Exponate vom Beginn der Produktion 1832 bis zu den heutigen Gegenständen sind in den Glasvitrinen zu sehen. Verzierte prunkvolle Gefäße, diverse Designs sowie Bilder und Dokumente zur Firmengeschichte der Wächtersbacher Keramik.