Von der Miltenberger Altstadt zum Miltenberger Felsenmeer


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 10 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 34 Min.
Höhenmeter ca. ↑355m  ↓355m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Vom historischen Miltenberg am Mainknie wandern wir auf den Greinberg mit der Greinbergschanze, wo sich Kelten verschanzten und Römer zum Tempel gingen. Das wunderschöne Miltenberg, urkundlich 1237 genannt, hat viele interessante Bauten unter Denkmalschutz, Museen gibt es einige und herrlichen Odenwald ebenfalls. Wenn Wege schon „Trail“ oder „Steig“ im Namen haben, versprechen sie Abwechslung – Nibelungensteig ist auch dabei.

Der Parkplatz an der Mainbrücke ist Start und sogleich erkunden wir ein Wahrzeichen von Miltenberg, ein Küken sozusagen. Der Brückenturm entstand mit der ersten Mainbrücke 1900. Davor gab es lediglich eine Fähre. Die Natursteinbogenbrücke wurde 1950 aus Stahlbeton neu gemacht. Der Torturm weiß sich in Szene zu setzen.

Die Ziegelgasse führt uns zur Ecke am großen Engelplatz mit der Franziskaner-Klosterkirche. „Engel“ heißt der Platz deshalb, weil dort einst ein Gasthof Engel war, in dem ist heute das Rathaus. Der Konvent wurde 1630 gegründet, mit dem Kirchbeau 1667 begonnen. In der Folge blühte das Kloster auf und wurde erweitert. Nach Art der Franziskaner ist die Kirche mit Dachreiter eher schlicht. Sie wurde gleich zweimal aufgelöst, 1803 und 1983.

Die Hauptstraße ist flankiert von Baudenkmälern. Ein besonders herausragendes ist der Riese. Zum Riesen, heißt das Gasthaus, mit gotischem Kern. Es gilt als eines der ältesten in Deutschland und wird auch Fürstenherberge genannt. Wir sehen Zimmermannsleistung von 1590. 100 Eichenstämme wurden dem Erbauer damals bewilligt. Von Barbarossa bis Presley sollen hier Berühmtheiten übernachtet haben.

Das Alte Rathaus ist von 1728 und wir kommen zum Marktplatz mit Brunnen sowie zum sogenannten Schnatterloch. Gegenüber erhebt sich die imposante Jakobuskirche mit mächtig hohen Türmen und großem Schiff. Die St. Jakobus Kirche ist im Kern gotisch (13. Jahrhundert). Die klassizistischen Züge erhielt sie im 19. Jahrhundert.

Das Museum.Stadt.Miltenberg mit schmucken Erker könnte man besichtigen. Wir gehen durch die Schlossgasse zur Mildenburg hinauf. Dort ist das Museum.Burg.Miltenberg mit Ikonen und moderner Kunst. Die Mildenburg wurde um 1200 errichtet. Der 27m hohe Bergfried aus Buckelquadern ist der älteste Teil. Das Wohngebäude mit dem Treppengiebel stammt aus dem 14. Jahrhundert.

Wir biegen in den Conradyweg. Durch den Wald und das Miltenberger Felsenmeer geht es zum Ottostein, wo wir abbiegen und nach Zickzack auf den Quellentrail (Achtung MTBler!) stoßen, in dessen Nähe die Zwillingsquelle ist. Lange teilen wir uns den Abschnitt nicht und biegen auf den Nibelungensteig, zum 452m hohen Greinberg, mit Resten eines keltischen Ringwalls. Die Römer hatten hier einen Tempel. Man fand den Toutonenstein aus dem 2./3. Jahrhundert, zu sehen im Museum.Stadt.Miltenberg.

Talwärts geht’s nun, wobei wir den Neuen Jüdischen Friedhof im Wald streifen. Wir wandern die Monbrunner Straße und kommen an der Laurentiuskapelle (1456) nebst Friedhof vorbei zum spätmittelalterlichen Mainzer Tor (1379), der westlichen Begrenzung des alten Miltenbergs. Auch sehen wir Reste des Schwertfegertors. Die Mainzer Straße führt in die Innenstadt. Wir schlendern mit der Mainstraße am Mainufer entlang, treffen auf eine Reederei sowie die alte Synagoge, die zu Wohnzwecken umgebaut wurde. Am Lindenplatz vorbei gelangen wir zum Torhaus und Ausgangsort zurück.

Bildnachweis: Von Muck [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons

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