Von Dahlem durch den Grunewald zum Teufelsberg (Berlin)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 17 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 46 Min.
Höhenmeter ca. ↑185m  ↓180m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Eine schöne Tageswanderung im Westen Berlins mit viel Wald, Wasser und Weitsicht. Wir starten an der U-Bahn Haltestelle Dahlem-Dorf. Die wird von der Linie U 3 bedient (vom Nollendorfplatz über Spichernstraße, Fehrbelliner Platz und Heidelberger Platz zur Krummen Lanke).

Wir folgen der Königin-Luise-Straße nach Westen und treffen gleich auf die Domäne Dahlem. Die Domäne Dahlem ist ein mittelalterliches Rittergut, das seit über 800 Jahren landwirtschaftlich genutzt wird und heute ein Freilandmuseum für Agrar- und Ernährungskultur beheimatet.

Direkt hinter der Domäne Dahlem treffen wir auf die Dorfkirche Dahlem, die offiziell St. Annen Kirche heißt. Die Dorfkirche wurde aus Feldsteinen und Ziegeln im 17. Jahrhundert errichtet, nachdem Vorgängerbauten zerstört worden waren. In der Dorfkirche Dahlem predigte der Widerstandskämpfer und führender Vertreter der Bekennenden Kirche, Martin Niemöller, bis er 1937 ins KZ gesperrt wurde. Auf dem Friedhof der Dorfkirche Dahlem liegt u.a. Studentenführer Rudi Dutschke begraben.

Wir folgen der Königin-Luise-Straße bis zur Clayallee, passieren diese und erreichen dann an der Waldbaude und dem Chalet Suisse den Grunewald. Wir folgen dem Hauptweg zum Jagdschloss Grunewald.

Das Jagdschloss Grunewald entstand im 16. Jahrhundert und ist heute das älteste noch erhaltene Schloss in Berlin. Das Renaissanceschloss erhielt durch Umbauten im 18. Jahrhundert unter dem Preußenkönig Friedrich I. Stilelemente des Barocks. Seit 1932 wird das Jagdschloss Grunewald als Museum genutzt mit Möbeln des 17. bis 19. Jahrhunderts sowie Gemälden der deutschen und niederländischen Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts. Dazu zählen auch 29 Bilder von Lucas Cranach dem Älteren.

Entlang des knapp 18ha großen Grunewaldsees (das beliebteste Hundeauslaufgebiet Berlins) kommt man zum Naturschutzgebiet Hundekehlefenn. Hier hält man sich links, passiert die Koenigsalle und wandert linkerhand bis zum Hüttenweg. Auf dem Hüttenweg kreuzt man die AVUS und wandert durch den Grunewald zur Havel.

An der Havel angekommen, trifft man auf den Grunewaldturm auf dem Karlsberg (79m). Der 55m hohe Grunewaldturm wurde 1897-99 im Auftrag des Landkreises Teltow zur Erinnerung an den hundertsten Geburtstag des deutschen Kaisers Wilhelm I. erbaut. Auf 36m Höhe bietet eine Aussichtsplattform einen wunderschönen Blick über die Havel.

Wir folgen nun der Havel flussaufwärts bis zum Schildhorn, einer 110m breiten und 400m langen Landzunge, die in die Havel hineinragt. Hier halten wir uns am Seehotel Grunewald und wandern durch den Grunewald zum kleinen Teufelssee. Hier entstand auf dem Gelände des alten Wasserwerks Teufelssee das Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin.

Vorbei am Naturschutzzentrum nehmen wir nun den Aufstieg zum Teufelsberg (120m), der bis 2013 den Titel als höchster Berg Berlins beanspruchen konnte (den dann die Arkenberge in Pankow übernahmen, die noch mal gut 60 Zentimeter höher sind). Der Teufelsberg wurde im Kalten Krieg von der NSA für eine Überwachungsanlage (die sogenannte Field Station Berlin) zu Spionagezwecken genutzt. Heute begeistert der Teufelsberg mit einer tollen Aussicht und wird von den Berlinern als Naherholungsgebiet genutzt.

Vom Teufelsberg steigen wir nun herab und erreichen an der Straße Am Postvenn wieder bebautes Land. Wir kreuzen die Heerstraße und spazieren durch die Schirwindter Allee zum S-Bahnhof Pichelsberg im Westend. Der Bahnhof wird von der Linie S 5 angefahren, die von Spandau über Olympiastadion, Zoologischer Garten, Hauptbahnhof, Alexanderplatz und Ostkreuz bis nach Strausberg führt.

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