Vettelhoven

Vettelhoven liegt im südwestlichen Teil des Grafschafter Ländchens an der Swist, auf halbem Weg zwischen Holzweiler und Eckendorf. Seit wann es Vettelhoven gibt, ist wohl so genau gar nicht bekannt, es gab aber einen Dietrich von Vettelhoven, der Mitte des 13. Jahrhunderts genannt wurde. Just zu dessen Zeit gab es eine Burg in Vettelhoven. Jetzt ist Spürsinn beim Wandern gefragt, denn von der Burg in der Mittelstraße ist quasi kaum was vorhanden, außer vieler Rätsel.

Auf einem landwirtschaftlichen Hof der Familie de Weerth findet man Spuren der einstigen Burg Vettelhoven. Ein Ahne der Familie kaufte 1889 das Anwesen. Das Burghaus mit dem Eckrundturm wird auf das 15. Jahrhundert datiert, die Portalöffnungen der Zeit der Spätgotik zugeordnet. Das Verwalterhaus stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ein Rätsel ist beispielsweise, wohin die Turmtreppe einst führte. Warum so wenige Kenntnisse über die Burg vorhanden sind, kann mit der Einquartierung amerikanischer Soldaten im gegenüberliegenden Schloss nach dem Zweiten Weltkrieg zu schaffen haben. In deren Anwesenheit gingen etliche Dokumente verloren, in Andenken über oder wurden vernichtet.

Dem Familiennamen de Weerth begegnet man auch im Schloss Vettelhoven. Das Märchenschloss war ein Hochzeitsgeschenk und wurde 1890 vom Vater der Braut spendiert. Es entstand ein repräsentativer quadratischer Bruchsteinbau mit dem Eckturm in Stile der Neorenaissance. Schloss Vettelhoven mit über fünfzig Räumen befindet sich heute in Privatbesitz und wird teilweise für besondere Anlässe wie Filmproduktionen und Hochzeiten vermietet.

„Ich bau dir ein Schloss so wie im Märchen“, mag man trällern, wenn man sich Schloss Vettelhoven mit seinem weitläufigen Schlosspark nähert. Der Schlosspark mit Teich und Bachlauf beinhaltet romantische Elemente, gemixt mit denen eines englischen Landschaftsgartens, getupft mit Rhododendren und markiert mit alten Mammutbäumen, Robinien, Rotbuchen und Linden – sehr hübsch.

Jünger als das Schloss ist die katholische Kapelle Zum heiligen Kreuz in Vettelhoven. Der Bruchsteinsaalbau entstand 1906 mit Steinen aus dem Ort. Dort kann man sich dann mit allem Pomp das Ja-Wort geben, um hernach im Schloss zum Sekt zu laden.