Urwaldtour (Bayern): Urwaldgebiete Mittelsteighütte und Watzlik-Hain


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 59 Min.
Höhenmeter ca. ↑141m  ↓141m
Empfohlene Wandertouren im Nationalpark Bayerischer Wald

Wer nicht Bayerischer-Wald-Wanderer ist, dem sagt Zwiesel dennoch etwas, vermutlich im Anblick einer festlich geschmückten Tafel: Kristallglas. 1872 begann in Zwiesel die Geschichte des gleichnamigen Unternehmens. Zwieslerwaldhaus ist ein Stück nördlich der Glasstadt. Wir erkunden heute eine viel ältere Manufaktur der Natur im Norden des Nationalparks Bayerischer Wald, lernen etwas über dicke Bäume und schwimmendes Holz.

Zwei Urwaldgebiete stehen auf der leichten Runde mit dem Areal Mittelsteighütte und dem Hans-Watzlik-Hain. Einkehrmöglichkeit am Schwellhäusl ist auch vorhanden (Öffnungszeiten beachten). Start ist der Parkplatz mit der E-Wald-Ladestation, gegenüber dem Hotel in Zwieslerwaldhaus, am südlichen Ortseingang.

Wir umwandern Zwieslerwaldhaus an dessen östlicher Ortsbegrenzung, folgen der Markierung „Ameise“ in Richtung Urwaldgebiet Mittelsteighütte, den Großen Steinbach querend. Seit über 100 Jahren steht das Areal Mittelsteighütte unter Schutz. Der 45ha große Bergmischwald ist sehr beeindruckend mit seinen Baumriesen, selbst wenn sie als Totholz längs liegen und von Moosen und Pilzen als neue Lebensquelle genutzt werden.

Am nördlichen Ortsende von Zwieslerwaldhaus queren wir die Waldhausstraße und lassen uns auf die Markierung „Siebenschläfer“ ein, bis zum Parkplatz Brechhäuslau. Dann geht’s rechts mit dem „Schwarzstorch“ in Richtung Schwellhäusl. In einer Senke kommen wir über die Deffernik. Bei einer Kreuzung nehmen wir den rechten Arm vom Schwarzstorch.  

Kurz drauf sind wir im Hans-Watzlik-Hain. Der Wald wurde 1950 als Schutzgebiet bestimmt. Rund 52m misst die Waldhaustanne, mit einem Umfang von 6,5m. Die ist der größte Baum im Nationalpark. Benannt wurde das Gebiet nach Hans Watzlik (1879-1948), einem deutsch-böhmischen Schriftsteller, dessen Wirken geschichtlich nicht ohne Kritik dasteht.

Jetzt kann man einem schmalen Pfad folgen, oder bleibt auf dem Forstweg, wenn im Winter der Pfad nicht gespurt ist. Schwellhäusl, mit Gastronomie und dem Stauweiher Schmalzbachschwelle, bietet eine deutsch-böhmische Gastronomie und für Kinder einen Spielplatz. Der Stauweiher wird aus nördlicher Richtung vom Schmalzbach versorgt und von Osten kommt der Schwellkanal hinzu, der eigens dafür angelegt wurde. Dessen Wasser kommt aus der Deffernik. 

Mit dem Schwellsteig und dem Schwarzstorch folgen wir dem Triftkanal, queren die Senke der Deffernik erneut, kommen zum Parkplatz Brechhäuslau. Dort biegen wir jetzt rechts ab und wandern mit dem Siebenschläfer zum Ausgangsort.

Bildnachweis: Von Willow [CC BY-SA] via Wikimedia Commons

Vgwort