Die Gemeinde Ursberg im schwäbischen Landkreis Günzburg liegt im Mindeltal und ist durch ihr Kloster bekannt, wo heute soziale und inklusive Arbeit getan wird. Das Kloster hat mehr als 900 Jahre auf der Zeitleiste und war einst eine Prämonstratenser-Reichsabtei, ging zur franziskanischen St. Josefskongregation über. Mit vor Ort ist das Dominikus-Ringeisen-Werk, das begleitet Menschen mit Behinderung. Ursberg ist umgeben von offener Agrarlandschaft und Hangwäldern, am Rand des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder. Wir starten in die Rundwanderung beim Klosterbräuhaus.
Wir stehen vor der Klosterkirche. St. Johannes Evangelist ist die einstige Stiftskirche des Prämonstratenserordens. Es gab eine erste Kirche aus der Gründungszeit des Klosters Ursberg (um 1125). Es folgten Brände und Neubauten. Der letzte war nach der Zerstörung durch den Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert unter Verwendung älterer Bausubstanzen. Man sieht auch aus der folgenden Restaurierung im 18. Jahrhundert Barock und Rokoko. Zum Gesamtensemble mit weitläufigen Gärten und Höfen gehören das Klosterbräuhaus, ein Café, eine Gärtnerei, ein Laden, in dem die Produkte aus den Werkstätten angeboten werden, und eine Hostienbäckerei.
Unsere Runde umgeht das Ringeisen-Gymnasium, kommt über die Kleine Mindel und mit dem Bachlauf zur linken Seite wandern wir am Rande der Ortschaft in dessen Nordteil, wo wir erneut die Kleine Mindel queren. Wir wandern dann einen Bogen durch die Landschaft und durch den Nachbarort Oberrohr, der von Wiesen und Feldflur umgeben ist. Es geht durch den gepflegten Wohnort mit Einfamilienhäusern und Gärten, hinauf in die Felder und zur Vierzehn-Nothelfer-Kapelle. Abwärts durch die Agrarlandschaft gelangen wir in den Südteil von Oberrohr, dann über die B300 zum Kloster zurück. Jetzt nehmen wir den Klostergarten mit Streuobstwiese am Rand des Michelsbergs in Augenschein. Man könnte noch einen Abstecher zum bewaldeten Michelsberg mit seinem Kreuzweg machen. Insgesamt lädt das Areal zum Entdecken ein.
Und auch das gehört dazu: An einer Stelle wird gemahnt. Die wechselvolle Geschichte des Klosters hatte ihr dunkelstes Kapitel während des Nationalsozialismus, mit Zwangssterilisation und Deportation in die Tötungsanstalt Hartheim und Tod durch Vernachlässigung.
Bildnachweis: Von Richard Huber [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
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