Im Landkreis Günzburg liegt der Markt Neuburg an der Kammel im Kammeltal und westlich vom Naturpark Augsburg-Westliche Wälder. Günzburg ist nordwestlich. Wir kommen auf unserer Runde durch die Wiesen- und Feldflur ins barocke Edelstetten, durch Mischwald nach Langenhaslach und durch das Kammeltal zurück. Die Kammel ist ein rund 57km langer Fluss, der nördlich von uns in die Mindel mündet.
Wir starten am Bahnhof in Neuburg, queren die Krumbacher Straße und folgen dem Edelstetter Weg durch ein Wohngebiet und schlagen nach dem Ortsausgang einen Haken durch die Felder und Wiesen, immer dem GPS nach. Nach etwa 2,5km sind wir in Edelstetten, kommen über die kleine Hasel zum ehemaligen Kloster Edelstetten bei der Kirche St. Johannes Baptist und Johannes Evangelist. Dahinter ist ein Schlosspark.
Das einstige Kloster Edelstetten wurde 1126 als Kanonissenstift gegründet und mehrfach zerstört. 1804/05 kaufte Fürst Nikolaus II. Esterházy de Galantha die aufgelöste Anlage und machte daraus das Schloss Edelstetten – mit ein Grund für den „Schwäbischen Barockwinkel“. Das Innere des Schlosses ist zumeist nicht zu besichtigen. Eine Ausnahme stellt die Vorweihnachtszeit dar, in der eine beachtliche Barockkrippe aus der Zeit um 1750/60 im Kapitelsaal ausgestellt wird.
Die einstige Klosterkirche wurde zur Pfarrkirche. Sie entstand an der Stelle der mittelalterlichen Vorgängerin zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Die Fresken und Stuckarbeiten im Inneren sind sehr sehenswert. Wir wandern einen Bogen durch Wiesenfelder und Mischwald, kommen über eine kleine Anhöhe. Im Wald bei Langenhaslach ist ein Burgstall. Abwärts gelangen wir in den Ort. Im Pfarrdorf, wir machen einen kleinen Abstecher, steht die Kirche St. Martin. Die Untergeschosse des spätgotischen Kirchturms gehen auf das 15. Jahrhundert zurück.
Wir sind zurück auf dem Pfarrer-Baumeister-Weg, wandern entlang der Hasel, verlassen deren Lauf und queren die Kammel, wandern gen Süden entlang des Behlinger Wegs und der Bahngleise. Die wird gequert und wir kommen zum erhöht stehenden Renaissance-Schloss Neuburg an der Kammel (16. Jh.), das sich als romantisches Hochzeitsschloss empfiehlt. Turm und Schwalbenschwanz-Staffel auf dem Giebel erheben sich über die Baumkronen, je nach Blickwinkel. Wir kommen zur Kirche St. Mariae Himmelfahrt aus dem Jahr 1593 – mit älteren Bauteilen aus dem 15. Jahrhundert und Umgestaltungen aus den folgenden Jahrhunderten. Durch die Ortsmitte mit Rathaus und Brunnen, in der Nähe ist eine Bäckerei, kommen wir an einer kleinen Kapelle vorbei zum Bahnhof zurück.
Bildnachweis: Von Riquix [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
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