Ein Streifzug durch das Ruhrgebiet ist dieser Urban Trail als Erlebnispfad durch Oberhausen. Der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) ist Projektpartner der Ruhr-Tourismus GmbH und gemeinsam mit dem Regionalverband Ruhr werden 15 Touren im Ruhrgebiet entwickelt. Den Auftakt machte die „Sub.KulTour in Dortmund“.
Vom Hauptbahnhof in Oberhausen geht’s durch die Abwechslung im Strukturwandel mit Industriekultur, Wasser, Rhein-Herne-Kanal, Neue Mitte bis Arbeitersiedlung Eisenheim (Wiege des „Ruhrarbeitergeistes“). Von dort führt die Trambahn (Linie 112) nach Oberhausen zurück.
Ab dem Start treffen wir Parks: Der Berliner Park ist links, der Wilhelm-Meinicke-Park rechts und wir wandern durch den Grillopark. Der ist vor dem monumentalen Rathaus Oberhausen, das 1930 auf dem Galgenberg eingeweiht wurde und sich im Backsteinexpressionismus zeigt. Dann sehen wir auf der linken Seite den Königshütter Park.
Wir kommen am Ebertbad vorbei zum nächsten Park. Die Grünanlage im Marienviertel liegt am John-Lennon-Platz und wurde Anfang der 1990er Jahre John-Lennon-Park genannt, was symbolisch für Frieden und Wandel stehen soll. Der nächste Park heißt Brücktorpark. Er schließt an die Feuerwache und das THW an – mit Hundewiese. So ganz allmählich wird es luftiger in Sachen Bebauung und wir erreichen am Rand von Kleingärten und Mischwald mit Anstieg die Knappenhalde. Auf der spitzkegeligen Bergehalde, auf der erst Abraum und später Hochofenschlacke aufgeschüttet wurde, steht ein Aussichtsturm auf ca. 102m. Den Abstecher sollte man machen, um das Panorama, je nach Vegetationsstand, zu betrachten. Man schaut auf die Neue Mitte, das Gasometer, auf Kirchtürme und rauchende Schornsteine.
Dann sind Gleise per Brücke zu queren und es wird zunehmend ländlich. Ganz besonders wird der Eindruck gestärkt, wenn das Haus Ripshorst im Gehölzgarten Ripshorst erreicht ist. Darin ist das Informationszentrum Emscher-Landschaftspark. Hier sollen Kultur, Natur, Lernen und Erholen zusammenfinden. Traditionen, Bienen und Kunst spielen weitere Rollen.
Das Gelände grenzt an den Rhein-Herne-Kanal und wir sehen die Waghalsbrücke sowie einen unter Strom stehenden „Zauberlehrling“. Wir wandern durch den Gehölzgarten Ripshorst. Als Nächstes streifen wir den Aquapark Oberhausen und kommen zur kleinen Heinz-Schleußer-Marina und Sea Life. Wir nehmen die Brücke über den Kanal, die Emscher und die A42.
Die nächsten Schritte über das alte Klärbecken der Zeche Osterfeld – Strukturwandel unter den Füßen sozusagen. Der letzte Park des Urban Trails heißt OLGA und erstreckt sich auf dem Gelände einer einstigen Zeche und Kokerei. Große Konzert-Events finden hier statt und wir erklimmen den 16m hohen Aussichtsturm.
Letzte Station des Trails ist die Arbeitersiedlung Eisenheim mit dem sehenswerten Museum. Die Siedlung entstand bereits 1846 für Hüttenarbeiter und später auch Bergleute der Zeche Oberfeld. Sie gilt als die älteste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet. In den Häusern mit mehreren Wohnungen und einem gemeinsamen Garten sowie separaten Waschhäusern wurden die verschiedenen Kulturen zusammengemischt und kamen vermutlich irgendwie miteinander aus. Im Museum kann man sich mit dem Leben dieser Zeit beschäftigen und sich ganz gut ein Bild machen.
Bildnachweis: Von Tuxyso [CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons
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