15 Streifzüge zwischen 7 und 15 Kilometern Länge verlaufen zwischen Urbanität, Landschaft, Lost Places, Industrie im Wandel, Kunst und Kultur und unter dem Dach der Wandermarke: Urban Trails. In Mülheim ab dem Hauptbahnhof geht’s über die Ruhr zu Schloss Broich und über das Gelände der MüGa. Ruhrinsel, Saarner Aue, Saarn, Kloster – es wird beinahe ländlich. Es folgen Catho-Wenzel-Park, Innenstadt und Kunstmuseum. Ein weiterer Aspekt der Urban Trails sind besondere Gastro- oder Shopping-Spots.
Beim Dieter-aus-dem-Siepen-Platz geht’s gegen den Uhrzeigersinn los – über den Platz mit Brunnen und durch die Kohlenstraße, entlang der Rheinischen Straße bis zur Friedrich-Ebert-Straße und entlang der Ruhr und im Anschluss über die Ruhrbrücke mit schönen Blicken über die Ruhr. Wir kommen ins Gelände der MüGa, dem einstigen Areal der Landesgartenschau 1992. Hier im Stadtteil Broich entstand ein rund 66ha großer Erholungspark auf einer einstigen Industriebrache. Wir treffen auf einen Wasserspielplatz, Themengärten und Kunst. Südlich grenzt die Stadthalle an.
Wir kommen über die Bergstraße zum Schloss Broich aus dem 9. Jahrhundert. Das Schloss mit Teilen der spätkarolingischen Wehranlage liegt an der historischen Ruhrfurt und dem alten Hellweg. Im Hochschloss ist das Museum des Mülheimer Geschichtsvereins, das Stadtmarketing mit Tourismus hat seinen Sitz im Schloss und es finden einige Spektakel im Innenhof statt. Die Wanderung führt durch weitere unterhaltsame Parkareale mit Gärten, Brunnen und der Camera Obscura im einstigen Eisenbahnwasserturm. Darin sind über 1.100 Exponate zur Vorgeschichte des Films und oben im Wasserkessel ist die größte begehbare Camera Obscura (Lochkamera) der Welt, auf rund 25,5m, mit einem Rundumblick über das Ruhrgebiet.
Anschließend kommen wir an der Alten Dreherei vorbei, einem Industriedenkmal aus dem Jahr 1874 mit Ausstellungsstücken. Dann tauchen wir in Ruhrurbanität ein. Es wird wieder etwas grüner auf dem Fossilienweg und Saarner Auenweg. Die Ruhr fließt links. Wir wandern durch die Auenlandschaft an der Ruhr mit feuchten Brachen und kommen durch den Sportpark, über den Saarner Damm und einen kleinen Park durch das kleinstädtisch bis dörfliche Saarn, wo wir zur Dorfkirche (18. Jh., bergischer Barock) einbiegen.
Nächstes Highlight ist das Kloster Saarn als einstige Zisterzienserinnenabtei mit einer Baugeschichte, die im frühen 13. Jahrhundert beginnt. Auf dem Areal war nach der Säkularisation zeitweilig eine Gewehrfabrik. Kloster Saarn mit der Klosterkirche, dem Kreuzganginnenhof und Marienbrunnen liegt auch an der Route der Industriekultur.
Mit Ruhrnatur wandern wir den Saarner Damm, den Kahlenbergweg, treffen auf den Mühlenbach und kommen zum Kahlenbergwehr sowie über die Florabrücke über die Ruhr, hinauf am Kahlenberg und am Bismarckturm vorbei. Der 27,5m hohe, 1909 eingeweihte Turm muss saniert werden und ist gesperrt. Wir wandern zum Ruhrtalblick und genießen die Aussicht.
Nun wandern wir nach Norden und streifen das Max-Planck-Institut, queren den Catho-Wenzel-Park mit Rosengarten und Freilichtbühne und wandern in die Altstadt. Dort gibt es auch eine Menge zu sehen: Gründerzeit, Jugendstil, Fachwerk, Petrikirche, Schlossstraße. Weiter führt der Weg an Geschäften, Gastronomie und dem Kunstmuseum Mülheim vorbei sowie durch das Wallviertel.
Bildnachweis: Von LIVA-GER [CC BY-SA 4.0] via Wikimedia Commons
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