Schloss Broich


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Am Westufer der Ruhr, direkt am MüGa-Park in Mülheim steht Schloss Broich. Schloss Broich wurde bereits im 9. Jahrhundert als Burg zum Schutz einer Ruhrfurt am Westfälischen Hellweg angelegt, der von Duisburg am Rhein über Essen, Dortmund, Unna, Werl, Soest, Erwitte, Geseke, Salzkotten und Paderborn bis Corvey an der Weser führte.

Um- und Neubauten ab dem Ende des 12. Jahrhunderts lassen aus der Burg eine Festungsanlage wachsen. Die Ringmauer wird auf 9m erhöht und erhält eine Stärke von 1,5m. Nördlich entsteht ein Zwinger und ein Bergfried wird errichtet. Im 14. Jahrhundert kommt ein gotischer Palas mit Staffelgiebeln hinzu. Mitte des 15. Jahrhunderts wird die Burg beschossen und brennt teilweise ab. Der Bergfried wurde danach nicht wieder aufgebaut. Im 16. Jahrhundert erfolgen weitere Ausbaumaßnahmen mit Wohnbauten im Inneren des Burgareals.

Mitte des 17. Jahrhunderts, nach Beschuss und etlicher Zerstörung durch spanische Truppen, wird die Anlage erneut wieder bewohnbar gemacht. Ein zweigeschossiger Schlossflügel mit einem achteckigen Treppenturm entsteht unter Verwendung des gotischen Palas und eines erhaltenen Wohnbaus. Weitere Flügel werden angebaut, es entstehen ein Garten und eine Kapelle mit einer Gruft.

Auch das 19. Jahrhundert bringt Veränderungen mit sich. Einige Fachwerkgebäude werden abgerissen und es entsteht eine klassizistische Villa angelehnt an das Hochschloss. Straßen- und Eisenbahnbau sorgen für weitere Veränderungen, in denen Schloss Broich an Substanz verliert. Erst die Übernahme des Schlosses Broich durch die Stadt sichert den Bestand, den man heute für Feierlichkeiten anmieten kann. Dazu stehen unterschiedliche Räume zur Verfügung.

Im Schlosshof findet beispielsweise ein Mittelaltermarkt statt. Am ersten Juliwochenende steigt das Gothic-Festival Castle Rock, zu Pfingsten das Broicher Pfingst-Spektakulum mit Ritterturnier und am dritten Augustwochenende das Burgfolk-Festival.

Im Historischen Museum im Hochschloss von Schloss Broich warten rund 300 Objekte, anhand derer die Geschichte von der Festung bis zum Schloss entdeckt werden kann. Darunter sind auch Ausgrabungsstücke der herrschaftlichen Gruft. Das Alltagsleben auf der Burg wird anschaulich gemacht und ein Raum erinnert an die preußische Königin Luise. Ihre Großmutter war die letzte Herrin der Herrschaft Broich und auf ihr Engagement gingen die Umbauten im 18. Jahrhundert zurück.


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